Die Unterschiede bei pflanzlichen Fetten

Warum kaltgepresste Pflanzenöle raffinierten Ölen und Margarine in jeder Hinsicht überlegen sind.
Olivenöl


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ArganÖl mit Aprikosenmandelöl

 
Pflanzliche Fette sind bekanntlich gesünder als tierische. Prinzipiell stimmt das auch. Doch man muss schon genau hinsehen. Eine jüngst veröffentlichte Studie (Nagel G and Linseisen J. Dietary intake of fatty acids, antioxidants and selected food groups and asthma in adults'. Eur J Clin Nutr 59, 8-15, 2005) gibt Hinweise, dass der Verzehr von Margarine das Asthmarisiko erhöht. Auch das Allergierisiko, vor allem bei Kindern, soll mit dem Verzehr von Margarine steigen. Als Ursache vermutet man eine in vielen Margarinen enthaltene trans-Fettsäure.

Kaltgepresst oder raffiniert – Beispiel Raps-Kernöl und Rapsöl
Große Unterschiede bestehen auch zwischen nativen, kaltgepressten Pflanzenölen und Pflanzenölen, die raffiniert werden. Diese werden anhand des Beispiels Raps-Kernöl bzw. Rapsöl deutlich. Das aus dem leuchtend gelb blühenden Raps gewonnene Öl wird von immer mehr Ernährungswissenschaftlern als ein sehr gutes und gesundes Öl für die tägliche Küche empfohlen.

Bei der Herstellung von Raps-Kernöl wird das Rapskorn zuerst von seiner schwarzen Schale getrennt und erst dann einer kontrollierten Kaltpressung unterzogen. Durch das Schälen der Rapskerne gelangen keine störenden Schalenbestandteile in das Öl. Es zeichnet sich durch einen fein-nussigen und besonders milden Geschmack aus. Nach dem Pressen wird Raps-Kernöl einfach filtriert und verdient mit Recht das Attribut „nativ“ (=„naturbelassen“).

Bei der herkömmlichen Rapsölproduktion verbleiben dagegen nach der Pressung Bitterstoffe im Öl, die die Qualität dieser Rapsöle nicht nur geschmacklich, sondern auch optisch deutlich trüben. Deshalb wird der Großteil dieser Rapsöle mit Chemikalien oder hohen Temperaturen in sog. Raffinationsverfahren gereinigt und mit hohem Aufwand "genießbar" gemacht. Dabei gehen nicht nur wertvolle Inhaltsstoffe wie Vitamine und wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe, sondern auch Geschmacksstoffe verloren.

Kaltgepresst = hoher Gehalt an natürlichen Schutzstoffen
Mutter Natur hat das Rapskern mit einer Reihe von Schutzfaktoren ausgestattet, die auch das daraus hergestellte kaltgepresste Raps-Kernöl vor oxidativen Prozessen, und damit vor Verderb, schützen. Dazu gehört vor allem das antioxidativ wirkende Vitamin E, das in Raps-Kernöl in hoher Konzentration (30 mg / 100 g Öl) vorhanden ist. Es schützt das Öl vor oxidativem Verderb und bewahrt unseren Körper vor den Folgen schädlicher freier Radikale, die u. a. Blutgefäße schädigen oder Krebserkrankungen auslösen können. Ein außerordentlich wirksamer Radikalfänger ist auch das Lutein, ein sekundärer Pflanzenstoff aus der Familie der Carotinoide. Lutein gilt auch als wirksamer Schutzstoff gegen die altersbedingte Makuladegeneration (AMD). Bei der Raffination oder Dampfwäsche geht der Farbstoff aber weitgehend verloren und ist deshalb nur in nativen, kaltgepressten Rapsölen in signifikanten Mengen zu finden.

Kaltgepresstes Raps-Kernöl und raffiniertes Rapsöl - die wichtigsten Unterschiede

Kalt gepresstes Raps-Kernöl normales Rapsöl aus der Raffination
Farbe Schöne natürliche goldgelbe Farbe; die Farbstoffe (u. a. Lutein) sind gleichzeitige wertvolle Antioxidantien farblos, die natürlichen Farbstoffe werden durch die Raffination größtenteils entfernt
Geschmack Voller fein-nussiger Geschmack des Raps-Kerns, v. a. wenn die Schale vor dem Pressen entfernt wird. kaum bis kein Geschmack
Inhaltsstoffe Hoher Gehalt an natürlichem Vitamin E, Lutein und weiteren wertvollen Biostoffen Bei der Raffination geht natürliches Vitamin E verloren. Manche Öl werden deshalb nachträglich mit Vitamin E versetzt. Lutein und die anderen Biostoffe werden durch die Raffination größtenteils entfernt.
Verwendungs-
möglichkeiten
Keine Einschränkungen; Im Gegensatz zu vielen anderen Pflanzenölen kann hochwertiges kaltgepresstes Raps-Kernöl auch zum Braten, Frittieren oder Backen verwendet werden. Keine Einschränkungen
Chemische Behandlung keine hoher Lösemittelaufwand für die Raffination
Energieaufwand relativ niedriger Energieaufwand für die Kaltpressung hoher Energieaufwand

Olivenöl - so gesund wie die Natur
Olivenöl ist bereits seit Jahrtausenden wesentlicher Bestandteil der mediterranen Ernährung und leistet einen wertvollen Beitrag zu einer gesunden Ernährung. Der Ölsäure, einem wertbestimmenden Bestandteil des Olivenöls, werden herzschützende und krebsvorbeugende Eigenschaften zugeschrieben. In den Mittelmeerländern finden wir daher die niedrigste Rate an Gefäßerkrankungen.

Klassifizierungen
Naturreines Olivenöl der Spitzenklasse macht etwa zehn Prozent der weltweiten Gesamtproduktion aus. Das restliche Öl wird zur Beseitigung von Unreinheiten raffiniert, um das Aroma des fertigen Öls nicht zu beeinträchtigen. Mit chemischen Tests stellt man den Säuregrad des Öls fest. Es gilt die Faustregel: je niedriger der Säuregehalt, desto besser das Öl. Schmecken kann man die Säure von Olivenöl nur dann, wenn mit dem Öl etwas nicht in Ordnung ist.

Extra Natives Olivenöl
Die Spitzenklasse der Olivenöle. Naturrein und unbehandelt darf der Säuregrad des Öls nicht mehr als ein Gramm pro 100 Gramm, also 1,0 Prozent, betragen. Einige extra native Öle haben sogar einen noch niedrigeren Säuregehalt. Aroma, Geschmack und Farbe des Öls müssen einwandfrei sein.

Natives Olivenöl
Naturreines Öl mit nicht mehr als 2,0 Prozent Säure, dessen Aroma, Geschmack und Farbe ebenfalls einwandfrei sein müssen.

Olivenöl
Ein Verschnitt von raffiniertem Olivenöl mit nativen Ölen, das geschmacks- und geruchsneutral ist. Der Säuregehalt darf höchstens anderthalb Prozent betragen. Die Öle unterscheiden sich durch den Prozentsatz an nativem Öl und variieren deshalb auch im Geschmack.

Baumöl
Baumöl wird aus dem Olivenpresskuchen gewonnen, der in der Hydraulikpresse oder Zentrifuge nach der Pressung eines Großteils des Öls zurückbleibt. Das Öl sollte einen Säuregrad von höchstens 1,5 Prozent haben. Wie Olivenöl wird es durch natives Öl geschmacklich verbessert, darf jedoch nicht als 0livenöl ausgewiesen werden.
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