Ernährung: Pflanzliches gegen Verstopfung

Weil der Mensch kein körpereigenes Vitamin C produzieren kann, im Gegensatz zum Tier, ist er auf eine gute und regelmäßige Versorgung mit diesem für das Herz und die Gefäße wichtigen Biostoff angewiesen. Doch Licht, Luft und Hitze schaden dem Vitamin sehr. Deshalb kann uns die in Pulverform haltbar gemachte Acerolafrucht vor allem im Winter, wenn heimische Äpfel nur noch wenige Vitamine haben, mit reichlich natürlichem Vitamin C versorgen. Ein großer Vorteil der Acerolafrucht ist ihre Verträglichkeit für Zitrusfrucht-Allergiker.
 
Verstopfung ist eine Zivilisationskrankheit, über die viele Erwachsene klagen. Neben der Umstellung der Eß- und Lebensgewohnheiten können auch pflanzliche Arzneimittel helfen. Aber nicht alles, was aus der Natur kommt, ist mild wirksam und harmlos. Wir informieren Sie über die Gefahren und nennen Alternativen.

Drei Tage nicht mehr auf der Toilette gewesen? Völlegefühl? Blähungen? Und wenn es dann doch mal klappt, dann ist der Stuhlgang schwer und hart? Bei solchen Problemen greifen viele Menschen schnell zu Abführmitteln, wie zum Beispiel Kräutertees. Vermeintlich harmlose pflanzliche Abführpräparate können aber auf Dauer den Darm noch fauler machen. Sennesblätter und -schoten, Faulbaumrinde, Aloe und medizinische Rhabarberwurzel wirken zunächst sehr gut, und der Darm entleert sich vollständig. Aber der Körper verliert auf diesem Weg auch vermehrt Körpersalze.

Bei längerfristigem Gebrauch führt insbesondere der hohe Verlust an Kalium dazu, daß der Darm nicht mehr von alleine arbeiten kann. Die pflanzlichen Anreizmittel haben den Darm abhängig gemacht. Ein weiterer Nachteil dieser Kräuter: Bei empfindlichen Menschen treten kolikartige Bauchschmerzen auf. Schwangere und Stillende dürfen die Präparate außerdem nicht nehmen.

Wirkungsvoll: Natürliche Alternativen
Bewegungsmangel, falsche Eßgewohnheiten aber auch Streß, der zur Mißachtung des Stuhldrangs führt, sind die häufigsten Ursachen einer Verstopfung. Deshalb raten Ernährungsexperten: Auf ballaststoffreiche Vollkorn- und Gemüsekost umstellen, mindestens vier bis sechs Gläser Wasser am Vormittag trinken und statt Schokolade lieber leicht abführende Früchte wie Feigen oder Trockenpflaumen knabbern. Die Natur bietet zudem viele Alternativen, die den Darm schonend auf Trab bringen.

Risikolose Abführmittel sind Leinsamen und Fohsamen. 30 bis 50 Gramm der braunen Samen der altbekannten Leinpflanze pro Tag mit viel Wasser einnehmen. Dabei die Leinsamen leicht anquetschen. Nur so nehmen sie im Darm das Wasser auf, quellen auf ein Vielfaches und lösen den Stuhlgang aus. Indische Flohsamen - der Name geht auf die winzige, längliche Form zurück - sind noch effektiver. Hier reichen bereits fünf bis zehn Gramm pro Tag. Von den reinen schleimstoffhaltigen Flohsamenschalen genügen sogar nur drei Gramm. Weitere geeignete Füll- und Quellmittel sind Agar-Agar, ein aus Rotalgen gewonnenes Pulver, Karaya, ein Produkt aus den Stämmen eines indischen Baums und Konjacmehl aus Japan. Alle unbedingt mit der fünf- bis zehnfachen Menge Wasser einnehmen, um einen Darmverschluß zu vermeiden. Die quellfähigen Stoffe können über einen längeren Zeitraum eingenommen werden. Da sich die Wirkung meist erst nach einigen Tagen zeigt, ist allerdings etwas Geduld nötig.

Die oben beschriebenen Quellstoffe lassen sich auch ausgezeichnet in der Küche einsetzen. Selbstgebackene Brote oder Müslis mit einem hohen Anteil an Lein- und Flohsamen bieten neben gutem Geschmack viele Ballaststoffe. Agar-Agar und Konjacmehl binden gut und gesund Suppen, Saucen und Desserts.
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