Richtige Ernährung bei Bluthochdruck

In der Bundesrepublik leiden etwa 15-20 % der Bevölkerung an erhöhtem Blutdruck (Hypertonie). Bluthochdruck zählt v. a. neben Rauchen und einem zu hohen Cholesterinspiegel zu den entscheidenden Risikofaktoren für Herz- und Kreislauferkrankungen, Arteriosklerose (Arterienverkalkung) und Schlaganfall.
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Fast jeder zweite Todesfall in der Bundesrepublik ist auf eine Erkrankung des Herz-Kreislauf-Systems zurückzuführen. Das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden, ist bei Bluthochdruck um das 8-10fache erhöht. In den meisten Fällen ist Bluthochdruck eng verbunden mit Übergewicht und meist auch mit zu hohen Cholesterin- und Blutfettwerten. Denn sind die Arterien erst einmal durch Ablagerungen verengt, steigt der Druck darin zwangsläufig. Bluthochdruck wird aber auch begünstigt durch Stress, Bewegungsmangel und erbliche Veranlagung.

Wichtig: Bei Bluthochdruck sollte in jedem Fall ein Arzt konsultiert werden, da bei Nichtbehandlung eine ernste Gefahr für die Gesundheit besteht. Dieser kann entscheiden, ob neben einer unvermeidbaren Ernährungsumstellung auch noch medikamentös vorgegangen werden muss.

Bluthochdruck ist in jedem Falle ein ernstes Alarmzeichen. Denn er ist meist das Ergebnis eines jahrelangen Fehlverhaltens. Hier gilt die alte Regel: Einsicht ist der erste Weg zu Besserung. Spätestens jetzt ist es wichtig, sein Gewicht zu reduzieren, sich mehr und vor allem regelmäßig zu bewegen, Stress so weit wie möglich zu vermeiden und sich gesund zu ernähren.

Für die Ernährung bei Bluthochdruck gilt: Leichte, frische und vor allem fettarme Kost bevorzugen und dabei vorwiegend pflanzliche Fette verwenden. Am besten sind hier Öle mit einem hohen Anteil an einfach ungesättigten Fettsäuren und möglichst wenig gesättigten Fettsäuren. Besonders empfehlenswert sind Raps-Kernöl (65 % einfach ungesättigte, 7 % gesättigte Fettsäuren) und Olivenöl (70 % einfach ungesättigte, 14 % gesättigte Fettsäuren). Kein anderes Pflanzenöl besitzt so viele einfach ungesättigte Fettsäuren. Dabei sollte man beachten: Je naturbelassener das Öl ist, desto besser ist es.

Für 20-30 % der Menschen mit Bluthochdruck spielt zudem Kochsalz eine wichtige Rolle. Man spricht hier von salzsensitiven Menschen, die dringend auf eine salzarme Kost achten müssen.

Salzarm kochen – Bluthochdruck vermeiden?
Nach dem heutigen Stand der Wissenschaft gelten ca. 20-30 % der Bluthochdruckpatienten als salzsensitiv. Das heißt, dass eine salzreiche Ernährung einen direkten Einfluss auf den Blutdruck ausübt. Diese Menschen können ihren Blutdruck über eine möglichst salzarme Kost senken. Bei dem Großteil der Bevölkerung spielt Salz keine so entscheidende Rolle. Trotzdem appellieren Ärzte und Ernährungswissenschaftler immer wieder an die gesamte Bevölkerung, den übermäßigen Salzkonsum einzuschränken.

Heute kostet unser Speisesalz nur noch ein paar Cent und ist in jedem Supermarkt erhältlich. Für unsere Vorfahren stellte das Salz jedoch einen besonderen Wert dar: Die Menschen der Frühzeit siedelten sich vorwiegend dort an, wo der für die menschliche Ernährung unentbehrliche Mineralstoff Natriumchlorid (= NaCl) in ausreichenden Mengen vorkam. Rund um das Salz entwickelte sich ein reger und lukrativer Handel, viele Ansiedelungen, wie z. B. Reichenhall, Halle, Hallein und Hallstatt wurden allein wegen des Salzes gegründet, dass man dort fand. Und die ersten bedeutenden Handelswege in Mitteleuropa waren die Salzstraßen. Nicht umsonst war der Salzbesitz ein Zeichen von Wohlstand, von Glück und Gesundheit, denn Salz ist für den menschlichen Organismus unentbehrlich. Bereits 5 g Kochsalz, das entspricht etwa 2 g Natrium, reichen pro Tag aus, um den Wasserhaushalt unserer Zellen zu regulieren und die Salzsäure des Magens zu bilden, die für unsere Verdauung notwendig ist.

Da unser Körper über Schweiß, Stuhl und Urin ständig Salze ausscheidet, müssen diese Mengen immer wieder ersetzt werden, allerdings nicht ausschließlich in Form von reinem NaCl (Kochsalz). Denn unsere Nahrung enthält in unterschiedlichen Mengen die beiden Mineralstoffe Natrium (=Na) und Chlorid (Cl), und so wird bereits ein Teil unseres Salzbedarfes über die Nahrung gedeckt. Salz ist aber auch unser wichtigster Würzstoff für Speisen aller Art. Deshalb wird Salz aus geschmacklichen Gründen vor allem Nahrungsmitteln zugegeben, die wir bereits fertig kaufen: Brot und Gebäck, Suppen, Saucen und Konserven, Wurst- und Fleischwaren und ganz besonders fix und fertigen Convenience-Produkten. Diese Entwicklung hat zur Folge, dass unser Salzverbrauch mittlerweile weit über dem Maß liegt, das als gut und verträglich angesehen wird.

Im Ernährungsbericht der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. kann man es nachlesen: Unsere durchschnittliche Kochsalzaufnahme ist viel zu hoch: statt der empfohlenen Menge von täglich 5-6 g Salz, nehmen Männer im Durchschnitt pro Tag 13,5 g und Frauen 10,1 g Kochsalz zu sich. Ein zu hoher Salzverbrauch ist aber nicht immer unbedenklich und kann unter Umständen zu einer ernährungsbedingten Krankheit, dem Bluthochdruck führen.

Als Vorbeugung gegen Bluthochdruck bevorzugen Sie frisches Obst und Gemüse, Kartoffeln, Reis, Milch und Milchfrischprodukte, Kräuter, Gewürze, frischen Fisch und frisches Fleisch. Versuchen Sie auf Konserven, fertige Convenience-Produkte, Salz- und Laugengebäck, Senf und Ketchup, Salatsaucen, Marinaden und Mayonnaise und auf gepökelte und geräucherte Fleisch- und Wurstwaren eher zu verzichten. Vermeiden Sie auf Alkohol, Fertigsuppen und Fertigsaucen, Brühwürfel, Salzheringe und Salzgurken.

Tipp: Eine kochsalzarme Zubereitung der Nahrungsmittel mit viel Kräutern und Gewürzen hilft, die Natriumaufnahme zu reduzieren ohne dabei auf Genuss zu verzichten.
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