Parodontitis – sorgfältige Mundhygiene lässt ihr keine Chance

Zahnfleischbluten, gerötetes und geschwollenes Zahnfleisch, freiliegende und empfindliche Zahnhälse und Mundgeruch: All das kann auf eine Parodontits hinweisen, eine Entzündung des Zahnbettes. Um vorzubeugen, sind richtige Mundhygiene und eine professionelle Betreuung durch den Zahnarzt entscheidend.
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Im zweiten Lebensabschnitt ist Parodontitis die häufigste Ursache für den Verlust von Zähnen. Ausgelöst wird dies durch einen zäh anhaftenden bakteriellen Zahnbelag, der Plaque genannt wird. Damit der Parodontitis Einhalt geboten werden kann, ist eine Therapie und regelmäßige Nachsorge nötig. Die erfolgreiche Beseitigung der Entzündung sollte im Blickfeld sein, da zugleich die Gefahr eines Rückfalls besteht. Unbehandelt führt die Parodontitis fast immer zu Zahnverlust und daraus folgend zu ästhetischen und funktionellen Beeinträchtigungen. Außerdem ist Parodontitis ein Risikofaktor für allgemeinmedizinische Erkrankungen und kann mit Diabetes, Magen-Darm- und Herz- und Kreislauferkrankungen in Zusammenhang stehen.

Während Anfang des vorigen Jahrhunderts Parodontose als Sammelbegriff für alle Erkrankungen des Zahnbettes eingeführt wurde, spricht man seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bei den beschriebenen Symptomen von Parodontitis. Da diese Erscheinungen eine entzündliche Reaktion des Organismus auf eine Infektion durch bestimmte Bakterien sind, werden in der Medizin auf Entzündungen beruhende Krankheitsbilder mit der Endung "itis" belegt. Bei Parodontose geht der Zahnbettschwund primär vom Knochen aus und Bindegewebe und Zahnfleisch folgen.

Eine Parodontitis entwickelt sich aus einer scheinbar harmlosen entzündlichen Erkrankung des Zahnfleisches. Ursache sind Bakterien in der Mundhöhle, von denen es 500 verschiedene Arten gibt. Die Bakterien siedeln sich bei mangelnder Zahnpflege auf den Zahnoberflächen an und bilden einen zähen, weißlichen Belag, der Plaque genannt wird. Bei längerem Bestehen kann sich dieser Belag durch Einlagerung von Mineralien aus dem Speichel zu Zahnstein verfestigen, der das Zahnfleisch vom Zahn abdrängt.

Das Zahnfleisch schwillt an
Eine Hauptrolle bei der Gewebszerstörung spielt das eigene Immunsystem. Es versucht, die Bakterien zu beseitigen, indem es sich insbesondere am Zahnfleischrand mit erhöhter Blutzufuhr gegen den bakteriellen Zahnbelag wehrt. Dadurch wird das ursprünglich blassrosa-farbene Zahnfleisch tiefrot, schwillt an und blutet leicht. Eine sogenannte Gingivitis ist entstanden. Werden die Beläge nicht konsequent entfernt, wird die Gingivitis chronisch und ist die Plaque älter als 14 Tage, ändert sich die bakterielle Zusammensetzung. Es gewinnen spezielle aggressive Bakterien die Oberhand, die vom Zahnfleischsaum ausgehend an der Zahnwurzel entlang in die Tiefe vordringen. Damit entstehen Zahnfleischtaschen, die ohne die professionelle Hilfe eines Zahnarztes nicht mehr beseitigt werden können. Aus der Gingivits ist eine Parodontitis geworden, deren Verlaufsform und Schwere von verschiedenen zusätzlichen Faktoren abhängen. Zu solchen Faktoren gehören das spezielle Keimspektrum, die individuelle, genetisch bedingte Veranlagung und Reaktion, Risiken wie Rauchen, Erkrankungen wie Diabetes, Stress und eine permanent mangelnde Mundhygiene.

Es kommt zu einem Abbau des Zahnhalteapparates
Unter dem Einfluss dieser Faktoren kommt es im Verlauf der Erkrankungen zu einem unterschiedlich starken Abbau des Zahnhalteapparates, also zu einem Abbau des Kieferknochens, der den Zahn umgibt und des verbindenden und haltenden Fasergewebes samt Zahnfleisch. Diese Entwicklung vollzieht sich schleichend, in Schüben und wird wegen Schmerzfreiheit häufig erst spät bemerkt. Meist wird eine Parodontitis erst erkannt, wenn die Zähne schon locker geworden sind. Durch die mit dieser tiefreichenden chronischen Entzündung verbundenen Wunden im Gewebe können Parodontitisbakterien in den Blutkreislauf und damit in den ganzen Körper gelangen. Mit den Folgen ernsthafter Erkrankungen.

Therapie
Die Therapie besteht darin, den Entzündungszustand des Zahnfleischs und des Zahnhalteapparats zu beseitigen und Plaque und Zahnstein sowie entzündungsfördernde Faktoren zu beseitigen. Eine vollständige Genesung und Wiederherstellung der alten Strukturen ist meist nicht möglich. Erste Maßnahmen sind die Entfernung des Belags von den Zahnoberflächen und Wurzeln und die Herstellung keimfreier Taschen, wobei keimtötende Spülungen mit Chlorhexidinpräparaten hilfreich sind. Beide Maßnahmen sollten möglichst während eines Termins erfolgen, um eine erneute Infektion aus anderen Bereichen des Mundes zu verhindern.

Die sorgfältiges Mundhygiene des Patienten mit dem gründleichen Reinigen der Zähne ist besonders wichtig. Nicht nur die Zahnoberflächen und Kauflächen sollten geputzt werden, sondern mit Zahnseide und Interdentalbürsten auch die Zahnzwischenräume. Neben der häuslichen Mundhygiene ist eine regelmäßige Kontrolle beim Zahnarzt in Verbindung mit einer professionellen Zahnreinigung angebracht.
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