Eigenbluttherapie – die eine Chance auf ein stärkeres Immunsystem

Die Behandlung mit Eigenblut findet vor allem bei chronischen Erkrankungen Anwendung.
 
Als Vorbereitung der Abwehrbereitschaft auf die kühleren Monate sind naturheilkundliche Methoden wie die Eigenbluttherapie zu sehen. Das eigene Blut des Patienten wird benutzt, um einen Schwächezustand positiv zu regeln. Zahlreiche Untersuchungen haben belegt, dass die Eigenbluttherapie sowohl auf das Immunsystem als auch auf das Nervensystem einen Einfluss hat.

Der Arzt August Bier hatte in den 30-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts diese Methode an der Universität in Berlin wissenschaftlich untersucht und bei verschiedenen Erkrankungen angewendet. Der Gedanke dabei war, dass bei einer Krankheit natürliche Heilungsvorgänge notwendig sind. Diese können durch eine gezielte Eigenbluttherapie als Reiztherapie unterstützt und verstärkt werden.

In der Praxis finden sich bei Patienten z.B. nach einer Operation, Virusinfektion oder nach einer längeren Antibiotikatherapie immer wieder geschwächte Abwehrkräfte. Diese kann man heute messen und auch differenzieren. Erstaunlich ist, wie viele verborgene Immunschwächen nachgewiesen werden können, die in einem normalen Blutbild oder in einer Standard-Laboruntersuchung nicht auffällig sind!

Gerade nach Phasen einer längeren Erkrankung muss man deshalb das Immunsystem und den Bestand an immunaktiven Spurenelementen im Organismus einer gründlichen Untersuchung unterziehen, um die Ursachen einer gestörten Gesundung zu finden.

Die Verfahrensweise bei der Eigenbluttherapie ist wie folgt: Blut wird aus der Vene entnommen und meist direkt mit oder ohne Zusätze in die Muskulatur oder unter die Haut zurück gespritzt. Dabei werden sämtliche Informationen, die aus dem Blut stammen, in ein Organgebiet (Muskel, Haut) eingebracht und den dort verweilenden Abwehrzellen und Informationsträgern des vegetativen Nervensystems angeboten. Diese „Präsentationen“ setzen ganz spezifische und ultrafeine Abwehrreaktionen in Gang, die – angeregt durch das Eigenblut – eine positive Reaktionskaskade auslösen. Somit enthält das Blut all die Informationen, die für eine positive Umstimmung des Körpers notwendig sein können. Der Therapeut muss erfahren sein, um zu wissen, wie viel und wie oft Eigenblut dem jeweiligen Patienten zu gegeben ist.

Die Eigenbluttherapie erfolgt in der Regel über eine Injektion in den Muskel oder unter die Haut. Durch das Einspritzen von Eigenblut entsteht ein Depot, welches über eine langsame Abgabe die Inhaltsstoffe in den Körper bringt. Es gibt aber auch Therapievarianten:

Potenziertes Eigenblut
Wird ähnlich hergestellt wie ein homöopathisches Medikament: Auf 100 Tropfen Alkohol kommt 1 Tropfen Eigenblut, welches verschüttelt wird. Von dieser Menge wird wieder 1 Tropfen auf 100 Tropfen Alkohol aufgefüllt und verschüttelt. Dieser Vorgang kann je nach Krankheitsbild beliebig wiederholt werden. Das Medikament ist in Tropfenform einzunehmen und in der Kinderheilkunde bei Allergien oder Neurodermitis als gute Therapiemöglichkeit bekannt.

Aktiviertes Eigenblut
Seit den fünfziger Jahren werden dem Eigenblut bestimmte Faktoren zugesetzt (Aktivatoren), die die Grundleistung des Eigenblutes deutlich verbessern. Häufig wird diese Methode bei degenerativen Gelenksveränderungen, Zahnherden oder bei Hauterkrankungen angewendet.

Medikamentöse Stufentherapie mit Eigenblut
Das ist eine spezielle Therapie, bei der Eigenblut mit verschiedenen Arzneien verschüttelt und dann dem Patienten wieder eingespritzt wird. Diese Methode kann sehr gezielt bei verschiedenen Organerkrankungen angewendet werden.

Sollten bei einem Patienten versteckte Krankheitsherde vorhanden sein, können diese durch eine Eigenbluttherapie nachgewiesen werden. An dieser Stelle kommt es dann zu Schmerzen oder Entzündungsreaktionen. Das ist besonders hilfreich bei Erkrankungen im Zahnbereich. Denn von hier aus haben Krankheitsherde häufig Fernwirkungen an Organen (z.B. Herz) und Gelenken.

Wird die Eigenbluttherapie richtig angewendet, ist sie eine erfolgreiche Maßnahme, um bei verschiedenen akuten oder chronischen Erkrankungen Erfolge zu erzielen.
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