Restless Legs Syndrom – Syndrom der ruhelosen Beine

Was tun, wenn die Beine nachts kribbeln und zucken und von einem starken Bewegungsdrang begleitet werden? Das könnte auf die neurologische Erkrankung Restless-Legs-Syndrom hindeuten. Welche Therapien helfen bei RLS?
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Kribbeln, Ziehen, Jucken oder Brennen in den Beinen, das schlimmer wird, wenn man abends zur Ruhe kommen möchte, ein nicht zu unterdrückender Bewegungsdrang der Beine und gestörter Nachtschlaf - diese Symptome können auf ein Restless-Legs-Syndrom (RLS) hinweisen. Das Restless Legs Syndrom, auch Syndrom der unruhigen Beine genannt, ist in weiten Kreisen der Bevölkerung und teilweise auch in der Ärzteschaft eine noch weitgehend unbekannte neurologische Erkrankung. Und das, obwohl nach Schätzungen etwa 10% der Bevölkerung mehr oder weniger stark darunter leiden. Betroffene können die Erkrankung meist schwer in Worte fassen und beschreiben. So können oft für Patienten viele Jahre vergehen, bis endlich ein Arzt die richtige Diagnose stellt und ein Ende des Leidenswegs in Sicht ist. Das "Syndrom der unruhigen Beine" ist relativ lange schon bekannt und wurde bereits 1672 von dem englischen Arzt Dr. Thomas Willis zum ersten Mal beschrieben.

Wie verläuft die Erkrankung?
Das Restless Legs Syndrom ist von Patient zu Patient verschieden stark ausgeprägt und kann unterschiedlich verlaufen und alle Altersgruppen betreffen. Die Beschwerden treten typischerweise während längerer Ruhephasen, insbesondere abends oder nachts zwischen 22:00 und 4:00 Uhr auf. Der natürliche Schlafrhythmus wird dadurch erheblich beeinträchtigt, da bis etwa eine halbe Stunde nach dem Zubettgehen die kribbelnde, ziehende oder als Spannung bemerkte Empfindungen auftreten. Die Folge sind Ein- und Durchschlafstörungen. Bewegung verschafft den Patienten zumindest vorübergehend Linderung, und so finden viele Betroffene nachts keine Ruhe. Entspannungssituationen, Langeweile und eingeschränkte Bewegungsmöglichkeiten können die Symptome unabhängig von der Tageszeit zudem verstärken. Nach heutigem Kenntnisstand hat das RLS keinen Einfluss auf die Lebenserwartung.

Therapiemöglichkeiten bei RLS
Für das Restless Legs Syndrom stehen verschiedene Therapiemöglichkeiten zur Verfügung. Welche Behandlung am besten geeignet ist, hängt vom Schweregrad des RLS und vom Leidensdruck des Betroffenen ab. Viele Patienten mit leichteren Beschwerden finden Linderung ohne Medikamente. Hilfreiche Unterstützung erhalten RLS-Patienten durch den Austausch in Selbsthilfegruppen. Leichte Beschwerden lassen meist schon nach, wenn die Unterschenkel massiert, die Beine kalt oder warm abgeduscht oder mit durchblutungsfördernden Mitteln eingerieben werden. Allgemein gültige Empfehlungen über die richtige Selbsthilfe gibt es nicht. So muss jeder RLS-Patient selber herausfinden, was gegen seine Beschwerden hilft. Auch leichte körperliche Aktivitäten wie Dehnübungen, Spazierengehen oder Nordic Walking können Linderung verschaffen. Am besten wird dazu auf Genussmittel, wie Koffein, Alkohol und Nikotin verzichtet, um RLS-Symptome nicht zu verstärken.

Wenn obige Hilfen keine ausreichende Linderung der RLS-Beschwerden bringen und die Lebensqualität stark eingeschränkt ist, dann raten Ärzte zu einer medikamentösen Behandlung. Nach Meinung von Experten ist beim RLS die Informationsübertragung bestimmter Nervenzellen im Gehirn gestört. Dabei spielt der Neurotransmitter Dopamin eine wichtige Rolle, der als Botenstoff Signale zwischen den einzelnen Nervenzellen überträgt. Bei der medikamentösen Behandlung kommen deshalb zur Behandlung des RLS hauptsächlich Medikamente zum Einsatz, die den Dopamin-Haushalt beeinflussen. In seltenen Fällen kann bei RLS-Patienten eine Dosis nicht mehr gleich gut bzw. nicht mehr gleich lange wirken. Die Beschwerden, welche früher erst am Abend in Erscheinung getreten sind, erscheinen nun schon am Nachmittag und auch nach viel kürzerer Zeit. Dieses Phänomen wird Augmentation genannt und ist eine ernst zu nehmende Nebenwirkung, die bei Einnahme von L-Dopa oder Dopamin-Agonisten auftreten kann. Meist führt dieses Phänomen zu einer Änderung in der Dosierung oder zum Absetzen des Medikamentes. In schweren Fällen, bei Unverträglichkeiten oder aus gewissen medizinischen Gründen kann der Arzt auf andere Wirkstoffgruppen zurückgreifen und beispielsweise ein Benzodiazepin oder ein Opiat verschreiben.

Die Therapie ist vom individuellen Leidensdruck und der unterschiedlich starken Ausprägung der Symptome des Patienten abhängig. Oft gelingt eine Linderung bereits mit körperlichen Aktivitäten und dem Einsatz von Dopaminagonisten oder L-Dopa. Patienten mit schwerer bis schwerster Symptomatik benötigen in der Regel eine Dauertherapie und eine fachmedizinische Behandlung.
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