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Klosterurlaub – Auszeit im Kloster

Immer mehr Gestresste verbringen Ihren Urlaub in Klöster. Was steckt dahinter? Alles nur eine Modeerscheinung oder doch mehr?

Erzabtei St. Ottilien

Die Zeit ist in vielerlei Hinsicht schnelllebig und auch die Trends ändern sich. Vor vielen Jahren schwärmten Bekannte und Freunde von ihrem Urlaub an den italienischen und spanischen Mittelmeerstränden. Danach waren Fernreisen auf die Malediven oder Seychellen angesagt, bis diese durch Rucksacktouren in Asien und Ayurveda-Kuren in Sri Lanka abgelöst wurden. Wer heute bei Bekannten und Freunden auffallen möchte, der macht Urlaub im Kloster.

Der Alltag ist meist ohne Rast und Ruhe. Viele Arbeitnehmer können dem täglichen Stress und der Hektik nicht entfliehen. Selbst die Freizeit ist durchgeplant und von Erholung und Entspannung ist keine Rede mehr. Deshalb suchen immer mehr Menschen einen Ort der Stille. Einfach abschalten, die Hektik vor der Tür lassen, Kraft aufzutanken und wieder zu sich selbst finden.

Rund 300 Klöster in Deutschland laden zu „Kloster auf Zeit“ oder zu einem Klosterurlaub ein. Sei es ein Nachmittag, ein Wochenende oder auch mehrere Wochen. Kloster auf Zeit bedeutet eine Teilnahme im Klosteralltag einer Ordensgemeinschaft. Ein Klosterurlaub dient hingegen der körperlichen und geistigen Erholung.

Die Zahl der Menschen, die sich auf diese Angebote einlassen, wächst. Manager, Ärzte, Angestellte, Handwerker, Lehrer oder Hausfrauen kehren in die Klosterräume für eine gewisse Zeit ein. Die Gründe sind vielfältig. Manche sind ausgebrannt und fühlen sich leer, befinden sich in einer Übergangs- oder Umbruchssituation oder suchen den Rückzug aus einem stressigen Alltag und Ruhe und Besinnung.

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Für eine Auszeit bietet das Kloster die besten Voraussetzungen. Feste Regeln, ein einfaches Leben und Besinnung auf höhere Werte verbannen den üblichen Stress in der „Oase der Ruhe“. Bis zu einem gewissen Grad wird der Klostergast in den täglichen Ablauf eingebunden. Gäste können nicht nur mit den Mönchen gemeinsam den Gottesdienst feiern, sondern auch in Klostergärten oder Werkstätten aktiv mitarbeiten. In einem typischen Tagesablauf gibt es einige Stunden Schweigezeit, es kann gelesen, meditiert und spazieren gegangen werden.

Tagesablauf bei Kloster auf Zeit

Wer bei „Kloster auf Zeit“ wie ein Mönch lebt, fängt in den meisten Klöster morgens um 5 Uhr mit der Morgenhore an, bei der gemeinsam gebetet wird. Der Tagesablauf richtet sich nach bestimmten Gebetszeiten, zu denen alle Bewohner anwesend sein müssen. Nach dem Frühstück wird in den klostereigenen Betrieben, Wäscherei, Bibliothek, Landwirtschaft oder Gärtnerei gearbeitet. Nachmittags gibt es meist Gesprächsrunden, dem Studium der Bibel und weitere Gebetszeiten. Das Mittagessen und Abendessen wird schweigend eingenommen. Mit dem Komplet als letzte Hore setzt das nächtliche Stillschweigen ein.

Mögliche Aufenthaltsdauer

Verzichtet werden muss beim Klosterurlaub auf Fernsehen, Internet und Mobiltelefon. Doch viele gestresste Menschen sind froh, das alles Mal hinter sich zu lassen. Ein Aufenthalt kann wenige Tage dauern. Manche Gäste brauchen eine Woche um sich zu erholen. Wer die Stille und die Abläufe kennt und schätzt, bleibt auch ein paar Wochen. Die Deutsche Ordensobernkonferenz empfiehlt für den ersten Aufenthalt etwa eine Woche und bietet auf ihrer Internetseite eine Auswahl von klösterlichen Niederlassungen in Deutschland an. Bitte beachten: Bei Frauen- und Männerorden ohne Gästetrakt werden nur Besucher des jeweiligen Geschlechtes zugelassen. Durch ein zunehmendes Interesse, gibt es in vielen Klöstern entsprechende Kursangebote für Gäste.

Ein Klosterurlaub ist kein Wellnessurlaub. In einer eher spartanischen Umgebung sind viele Klostergäste auf Sinnsuche und stellen Fragen über sich und den Alltag. Ablenkungen aus der Außenwelt sollten beim „Finden der inneren Mitte“ vermieden werden.

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