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Schwindelanfälle: Ursachen und Behandlung

Wenn der Boden zu schwanken beginnt. Schwindelanfälle können sich unterschiedlich bemerkbar machen, haben verschiedene Ursachen und müssen dementsprechend unterschiedlich behandelt werden.

schwindelig

Unter Schwindel hat fast jeder schon einmal gelitten. Alles bewegt sich oder scheint sich für einige Sekunden zu drehen. Man hat das Gefühl, als verlöre man den Boden unter den Füßen. Betroffene beschreiben ihre Beschwerden unterschiedlich. Manche Betroffene beschreiben das auftretende Gefühl, dass sich die Umgebung um sie herum dreht (Drehschwindel). Für andere schwankt die Umgebung (Schwankschwindel), andere empfinden nach unten gezogen zu werden (Liftschwindel), während auf andere Betroffene ein unsystematischer Schwindel auftritt. Die Dauer kann sich in einer kurzen Schwindelattacke oder in einem Dauerschwindel äußern.

Schwindel, der medizinische Fachausdruck ist Vertigo, entsteht häufig aus widersprüchlichen Informationen von am Gleichgewichtsempfinden beteiligten Sinnesorganen wie Augen, Gleichgewichtsorganen der Innenohren sowie Muskel- und Gelenkrezeptoren und ist ein Hinweiszeichen für eine gestörte Wahrnehmung der Umgebung. Erkrankungen des Gleichgewichtssystems können Ursache für Schwindelempfindungen sein. Als Alarmsignale an den Körper wird bei dieser Stressreaktion Adrenalin ausgestoßen, Blutdruck und Herzfrequenz steigen. Oft kommen Übelkeit, Erbrechen und Schweißausbruch hinzu.

Die genaue Zahl der unter Schwindel leidenden Menschen ist nicht bekannt. Aber mit zunehmendem Alter steigt das Risiko an. Frauen zwischen 18 und 30 und zwischen 50 und 60 Jahren sind nach Statistiken überaus betroffen. Treten Schwindelphänomene häufiger auf, sollte unbedingt ein Arzt zu Rate gezogen werden. Denn nur durch eine gründliche Untersuchung können die Ursachen gefunden und die Lebensfreude wieder zurückgegeben werden. Denn Schwindel tritt oft unvorbereitet und ohne Vorwarnung. Kommt der Schwindel in der Öffentlichkeit "aus dem Nichts", dann hinterlässt das beim Betroffenen ein großes Gefühl der Unsicherheit. Zahlreiche Schwindelpatienten ziehen sich deshalb aus der Öffentlichkeit zurück und möchten ungern ihre gewohnte Umgebung verlassen.

Herausfinden der Ursache

Betroffene geraten im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Gleichgewicht. Treten diese Symptome häufiger auf, empfiehlt sich ein Termin beim Hausarzt, um die Ursache abklären zu lassen. Die Ursache kann unter anderem an einer Erkrankung des Gleichgewichtssystems liegen. Störungen im Ohr oder Augen können verantwortlich sein, aber auch Kreislauf- und Blutdruckstörungen. Untersuchungen der Gleichgewichtsorgane, Blutdruckmessungen und EKG lassen die Ursachen abklären.

Normalerweise versorgt das Blut über feinste Blutgefäße die Zellen mit lebenswichtigen Nährstoffen und Sauerstoff. Dieser empfindliche Prozess kann durch unterschiedliche Faktoren aus dem Gleichgewicht geraten. Dazu zählen Stress, ungesunde Ernährung, Verspannungen, Bewegungsmangel, erhöhte Blutfettwerte, Blutdruck und Nikotingenuss.

Seltener liegt der Grund für den Schwindel im Gehirn. Ursachen können Gehirntumore, ein Schlaganfall, ein Schädel-Hirn-Trauma oder die Menière-Krankheit (Erkrankung des Innenohrs) sein.

Therapien bei Schwindel

Die Behandlung der verschiedenen Schwindelformen umfaßt medikamentöse, physikalische, psychotherapeutische und heutzutage nur noch selten operative Maßnahmen. Grundvoraussetzung der richtigen Behandlung ist die Diagnostik der Gründe für die Schwindelanfälle.

Für mehr Bewegungssicherheit bei Kreislaufstörungen hilft körperliche Aktivität. Tritt Schwindel bei stressigen Situationen auf, dann kann Entspannungstraining als Vorbeugung und bewusstes Atmen helfen. Auch die Physiotherapie kann in der Behandlung eingesetzt werden. Durch gezieltes Training wird dem Gehirn gelernt, keinen Schwindel auszulösen.

Schwindel kann auch neurologische Ursachen haben. Für eine optimale Behandlung sollten anhaltende Schwindelanfälle in jedem Fall neurologisch abgeklärt werden.

Entgegenwirken durch Übungen

Einer häufigen Ursache von Schwindelgefühlen kann mit einfachen Übungen entgegengewirkt werden. Betroffene sollten sich bei einer Schwindelattacke hinlegen und versuchen, mit den Augen einen festen Bezugspunkt zu fixieren. Auch die Atmung sollte langsam und gleichmäßig und keinesfalls hektisch erfolgen, da zu viel oder zu wenig Sauerstoff im Gehirn den Schwindel verstärken kann. Vorbeugend sollten Betroffene langsam aufstehen und plötzliche Drehungen vermeiden.

Als Übung im Liegen schauen Sie zuerst langsam, dann schneller nach oben und unten, anschließend nach rechts und links. Sie können die Übung steigern, indem Sie mit geschlossenen Augen den Kopf in die jeweilige Richtung bewegen.

Auf einem Stuhl sitzend neigen Sie den Kopf in Richtung Brustbein und zählen bis acht. Dann bewegen Sie den Kopf langsam so weit wie möglich nach hinten und zählen in dieser Position bis fünf. In einer weiteren Übung neigen Sie den Kopf so weit wie möglich zur Seite in Richtung Schulter. Zählen Sie bis zehn und danach neigen Sie den Kopf zur anderen Seite. Heben Sie dabei jeweils nicht die andere Schulter an.

Für eine Übung in Bewegung suchen Sie sich eine Linie auf dem Boden. Sie können auch eine Linie mit Kreppband auf dem Boden markieren. Balancieren Sie auf der Linie, wobei der Kopf aufrecht gehalten wird. Gehen Sie zuerst vorwärts und danach rückwärts. Als Steigerung wiederholen Sie die Übung mit geschlossen Augen oder gehen auf Zehenspitzen.

Beim gutartigen Lagerungsschwindel kommt es zu kurz dauernden, durch Kopflageänderungen ausgelöste Drehschwindelattacken. Ursache sind kleine Kristalle in einem der so genannten Bogengänge im Gleichgewichtsorgan. Durch eine bestimmte Abfolge von Kopf- und Körperbewegungen kann der Bogengang von diesen Kristallen befreit werden. Nach einer Anleitung durch einen Arzt kann der Patient die entsprechende Übung „Befreiungsmanöver“ auch selbst morgens, mittags und abends durchführen. Bei einem Großteil der Patienten führt dies zu Beschwerdefreiheit.

Bei Unklarheiten und regelmäßigen Problemen ist ein Besuch eines HNO-Arztes ratsam. In größeren Städten gibt es zudem spezielle Schwindelambulanzen.

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