Gefährlich bei Kopfschmerzen: Tabletten in Eigenregie

Klingt paradox, ist aber wahr: Wer zu häufig oder zu lange Schmerzmittel gegen Kopfschmerzen einnimmt, kann die Schmerzattacken erst richtig auslösen.
Schreibtischchaos


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Chaos auf dem Schreibtisch, Kundenbeschwerden, jähzornige Führungskräfte, Probleme im Privatleben und dazu stechende, drückende, hämmernde und pochende Kopfschmerzen den ganzen Tag über. Nach der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft e.V. leiden rund fünf Prozent der Deutschen unter täglichen Kopfschmerzen.

Als Ausweg und damit man schnell wieder fit ist, wird ein Schmerzmittel gegen Kopfschmerzen eingenommen. So kann das Tage und Wochen gehen. Leider wird meist nicht beachtet, dass die regelmäßige Einnahme von Schmerzmitteln auch negative Folgen haben kann. Das beste Mittel gegen Schmerz ist jedoch Selbstmanagement statt Selbstmedikation. Nach Rückenschmerzen belegen Kopfschmerzen Rang zwei der häufigsten Schmerzformen. Unterschieden wird zwischen gelegentlichen und chronischen Kopfschmerzen, wie Migräne und Spannungskopfschmerzen.

Gelegentliche Kopfschmerzen treten nur hin und wieder auf. Fast immer sind sie harmlos und können durch Flüssigkeitsmangel, langen Bildschirmarbeiten, Schlafmangel und übertriebener Alkohol- und Nikotingenuß ausgelöst werden.

Migräne
Symptome von Migräne sind heftige Kopfschmerzen, die meist pulsierend oder hämmernd auftreten. Dazwischen gibt es Phasen des Wohlbefindens. Jeder Dritte bemerkt vor den Anfällen, die etwa vier bis 72 Stunden anhalten können, Warnsignale wie Müdigkeit, Übelkeit, Reizbarkeit oder Lichtscheu. Unmittelbar vor der Schmerzattacke können Seh- oder Sprachstörungen auftauchen. Bei körperlichen Aktivitäten verschlimmert sich der Zustand. Migräne ist in vielen Fällen erblich bedingt. Ursache ist eine schmerzhafte entzündliche Erweiterung der Blutgefäße im Hirn.

Spannungskopfschmerzen
Dumpf-drückende Schmerzen, zumeist in beiden Kopfhälften sind die Symptome von Spannungskopfschmerzen. Diese Kopfschmerzart ist am weitesten verbreitet und kann wenige Minuten bis zu einer Woche dauern. Mögliche Ursachen sind Verspannung der Nacken- und Wirbelsäulenmuskulatur, seelische Anspannung, Stress, Depressionen und Schlafmangel.

Medikamenteninduzierten Kopfschmerz
Meist möchte man die Zähne zusammen beißen und schnell eine Kopfschmerztablette einwerfen. Um sich von Kopfschmerzen zu befreien, steht dem Patienten ein großes Angebot an Schmerzmitteln zur Verfügung. Doch Kopfschmerztabletten können bei häufiger Einnahme von mehr als zehn Tagen im Monat ihrerseits Kopfschmerzen verursachen. Dies wird als den sogenannten medikamenteninduzierten Kopfschmerz bezeichnet. Besonders gefährlich sind in diesem Zusammenhang Kombinationspräparate, die mehrere unterschiedliche Arzneimittel enthalten.

Diagnose und Ursachen finden
Vorsicht bei Kopfschmerztabletten: Schmerzmittel sollten nicht länger als zehn Tage im Monat und maximal drei Tage hintereinander eingenommen werden. Anstatt wahllos Medikamente zu schlucken, sollten Kopfschmerzpatienten besser die Ursachen der Schmerzen erforschen. Ein Arztbesuch ist ratsam, damit dieser die richtige Diagnose stellt und die geeignete Therapie einleiten kann. Die Auslöser von chronischen Kopfschmerzen zu finden kann langwierig und mühsam sein. Ein Hilfsmittel dafür kann ein Kopfschmerztagebuch sein. Darin sind die aufgetretenen Kopfschmerzen, die Dauer und die Begleiterscheinungen notiert.

Hilfe und Therapien
Am wichtigsten ist die Analyse des eigenen Alltags. Wo liegen unnötige Stressquellen und wie kann der Alltag verbessert werden. Physiotherapeutische Angebote können die Behandlung positiv unterstützen. Dazu zählen Entspannungsübungen, wie Yoga oder die progressive Muskelentspannung. Außerdem helfen gesunde Ernährung, ausreichender Schlaf, leichter Ausdauersport und Übungen zur Stressbewältigung.
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