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Zu Hause kneippen – Anwendungen im Überblick

Kneippen ist eine Ganzheitstherapie für jedes Alter und kann meist alleine daheim angewandt werden. Kaltes Wasser weckt die Lebensgeister, es regt den Kreislauf, die Durchblutung und den Stoffwechsel an.

Wassertreten

Kneippen ist eine ideale Gesundheitsvorsorge für Jung und Alt. Es ist Wellness und Fitness zugleich und kann wirksam und hilfreich bei zahlreichen Beschwerden helfen. Regelmäßige Kneipp'sche Wasseranwendungen wirken erfrischend und günstig auf Immunsystem und Blutdruck aus. Zudem ist es ein gutes Training für die Gefäße.

Bevor Sie mit dem Kneippen loslegen, sollten Sie ein paar Regeln beachten. Falls Sie frieren, sollten Sie keine Anwendungen mit kaltem Wasser durchführen. Nach dem Kneippen sollten Sie das Wasser nicht abtrocknen, sondern abstreifen und rasch für Erwärmung sorgen. Vor dem Start mit regelmäßigen Anwendungen sollten Sie sicherheitshalber Rücksprache mit dem Arzt halten.

Wassertreten

Wassertreten ist der Klassiker der Kneippschen Anwendungen. Es wird in kaltem Wasser auf der Stelle geschritten. Das Wassertreten kann in der Badewanne, in kühlen Bachläufen oder in Wassertretbecken der Kurparks durchgeführt werden. Ein Bein sollte bei der Anwendung immer vollkommen aus dem Wasser herausgezogen werden. Nach diesem sogenannten Storchengang kurz das kalte Wasser wieder verlassen, um die Füße wieder zu erwärmen. Danach das Wassertreten mehrmals wiederholen. Beim Wassertreten wird der Kreislauf angeregt, die Durchblutung gefördert und das Immunsystem gestärkt. Das wadenhohe Wasser sollte nicht wärmer als 18 Grad sein.

Tautreten

Als Alternative oder nach dem Wassertreten zwei bis drei Minuten über taufrisches Gras laufen. Das wirkt sich natürlich positiv auf das Immunsystem aus und tut unwahrscheinlich gut. In der frischen Morgenluft mit Barfußgehen in taufrischem Gras zu beginnen ist daneben ein probates Mittel gegen chronisch kalte Füße. Nach der Anwendung warme Socken anziehen und einige Minuten schnell gehen.

Schenkelguss kalt

Der kalte Schenkelguss wirkt erfrischend, belebend und entspannend. Er entkrampft und lockert die Beinmuskulatur, da er entstauend, hautstraffend und durchblutungsfördernd wirkt. Zudem dient der Schenkelguss auch als Beruhigungs- und Einschlafhilfe und bei der aktiven Abhärtung für das Immunsystem. Für die Durchführung wird ein spezieller Schlauch, eine Gießkanne oder der Duschschlauch ohne Brause verwendet. Das Wasser sollte 15° bis 20°C kalt sein. Am rechten Vorderfuß wird begonnen, danach seitlich zur Ferse und hinten über Wade hinauf bis zum Oberschenkel. Dort für 10 bis 15 Sekunden verweilen. An der Innenseite den Strahl wieder abwärts zurück zur Ferse. Dasselbe am linken Bein durchführen. Abschließend die Fußsohlen abgießen. Danach das Wasser mit den Händen abstreifen und sich durch Bewegung erwärmen.

Knieguss kalt

Der Knieguss wirkt wie der Schenkelguss erfrischend, belebend und entzündungshemmend. Er dient dazu, die Durchblutung der Haut und der Muskeln zu verstärken und wirkt positiv auf die körpereigene Abwehr. Bei 15° bis 20°Grad wird der Knieguss zwischen 30 bis 120 Sekunden angewendet. Er reicht von den Füssen bis zur Mitte der Oberschenkel.

Vollguss kalt

Der kalte Vollguss ist eine sehr effektive Abhärtungsmethode und hilft auch bei Kreislaufschwäche. Er wird im Bereich des ganzen Körpers angewendet und dauert 30 bis 240 Sekunden bei 15° bis 20°C. Durchgeführt wird der Vollguss von den Füssen bis zum Hals.

Armguss kalt

Wichtige Anwendungsgebiete des kalten Armgusses sind niedriger Blutdruck, Abgeschlagenheit und Müdigkeit. Der Armguss ist fast überall umsetzbar, an jedem Waschbecken oder Brunnen. Von den Händen bis zur Schulter wird bei 15° bis 20°C die Anwendung für 20 bis 120 Sekunden durchgeführt.

Gesichtsguss kalt

Dieser Schönheitsguss reicht vom Kinn bis zur Stirn und dient neben dem kosmetischen auch einem stoffwechselanregenden, belebenden Effekt. Der Wasserstrahl sollte sanft und ohne Druck aus dem Schlauch für 30 bis 120 Sekunden fließen. Beim Abschluß das Wasser sanft von der Haut abstreifen.

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Vollbad

Nach einem langen anstrengenden Arbeitstag gibt es für viele Menschen nichts Entspannenderes, als ein Vollbad. Die Gefäße weiten sich und lassen die Haut durchbluten. Daneben werden Verspannungen gelöst. Badezusätze können die Wirkung noch optimieren.

Armbad kalt

Ein kaltes Armbad wirkt kühlend, belebend und entspannend. Es hilft bei Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Kaltes Wasser wird in eine Armbadewanne oder ein entsprechendes Gefäß eingelassen. Man taucht die Arme bis zur Mitte der Oberarme für 10 bis 30 Sekunden in kaltes Wasser (12° bis 18°C). Nach dem kalten Armbad streift man das Wasser ab und bewegt die Arme, bis sie getrocknet und vollständig erwärmt sind. Danach warm anziehen und bewegen.

Fußbad warm

Ein warmes Fußbad ist der ideale Begleiter in der kalten Jahreszeit. Das warme Wasser erweitert die Gefäße, verbessert die Durchblutung und den Stoffwechsel. Ein warmes Fußbad sollte etwa 38 Grad haben und 10 bis 15 Minuten andauern. Beachten sollte man, dass das warme Fußbad eine Belastung für den Kreislauf darstellt.

Kneipp-Therapie

Die Kneipp-Therapie ist ein nach dem Pfarrer Sebastian Kneipp benanntes Behandlungsverfahren, das Wasseranwendungen, Pflanzenwirkstoffe, Bewegungs- und Ernährungsempfehlungen beinhaltet. Die Kneippschen Ansätze können sowohl vorbeugend als auch zur Behandlung bestehender Erkrankungen eingesetzt werden.

Informationen zur Bädertherapie

Bädertherapie ist ein wesentlicher Bestandteil der Hydrotherapie (Wassertherapie). Diese gehört zu den klassischen fünf Säulen der natürlichen Gesundheitslehre, die Pfarrer Sebastian Kneipp im 19. Jahrhundert formuliert hat. Als Anwendungen kommen Wassertreten, Fußbäder, Wechselbäder, Teil- und Vollbäder zum Einsatz. Die Wirkungen sind eine verbesserte Durchblutung, Stärkung der Abwehrkräfte, Anregung des Stoffwechsels und Schmerzlinderung.

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