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Fernreisen mit Kinder

Immer mehr Familien unternehmen Fernreisen, zum Beispiel in die Karibik, nach Mittel- und Südamerika oder nach Asien.
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Laut Angaben des Deutschen ReiseVerbands steuerten deutsche Urlauber pro Jahr 4,4 Millionen Mal Ziele außerhalb Europas an. Der Traumurlaub mit weißen Sandstränden und türkisfarbenem Wasser kann jedoch für mitreisende Kinder leicht zur Strapaze werden. Zeitumstellung, lange Flüge und die fremde Umgebung bedeuten Stress für die Kleinen. Auch für Infektionskrankheiten sind sie aufgrund ihrer schwächeren Immunabwehr anfälliger als Erwachsene. „Damit der Urlaub ein schönes Erlebnis für Eltern und Nachwuchs wird, sind eine gründliche Vorbereitung und umsichtiges Verhalten vor Ort wichtig“, rät die Ärztin Dr. Waltraud Pfarrer. „Sprechen Sie mit Ihrem Kinderarzt über Ihre Reiseplanung, bevor Sie sich entscheiden. Manche Ziele eignen sich gut für den Familienurlaub, andere jedoch bergen ein zu hohes gesundheitliches Risiko.“

Ein kleiner Pieks schützt vor Infektionskrankheiten
Im Idealfall beginnt die Reisevorbereitung schon gut sechs Wochen vor Abflug: „Fragen Sie Ihren Arzt nach notwendigen Schutzimpfungen für Sie und Ihr Kind. Oft sind für ferne Länder Impfungen empfohlen, die man in Deutschland nicht unbedingt benötigt, beispielsweise der Schutz vor Hepatitis A“, erklärt Pfarrer. Was viele nicht wissen: Schon wer am Mittelmeer Muscheln isst oder verunreinigtes Wasser trinkt, kann sich infizieren. Jeder zweite der im vergangenen Jahr erkrankten 1.226 Deutschen hat sich nach Angaben der WHO auf Reisen angesteckt. Laut Robert Koch-Institut waren auch 361 Kinder betroffen. „Für optimalen Schutz sollten alle erforderlichen Impfungen rechtzeitig vor Reisebeginn gesetzt und ins Impfbuch eingetragen werden.“

Reiseapotheke nicht vergessen!
Zu viel Gepäck? Platz für eine gut sortierte Reiseapotheke sollte immer sein. Denn schon kleine Wehwehchen, die sich mit einem Pflaster oder ein paar Tropfen beheben ließen, können der ganzen Familie den Urlaubsspaß verderben. Außerdem ist die Suche nach Arzt oder Apotheke im Ausland oft umständlich und zeitraubend – vor allem wenn Sprachbarrieren hinzukommen: „Einpacken sollten Sie Desinfektionsmittel, Pflaster, schmerzstillende und fiebersenkende Medikamente, etwas gegen Durchfall und ein Fieberthermometer“, so Pfarrer. „Auch Insektenspray und Salbe gegen Mückenstiche gehören ins Gepäck.“

Montezumas Rache – eine Gefahr für die Kleinen
Die häufigste Erkrankung auf Fernreisen ist Durchfall. Experten zufolge leiden je nach Urlaubsziel 20 bis 70 Prozent aller Reisenden unter der so genannten Rache Montezumas. Ausgelöst wird dies vor allem durch bakteriell verunreinigte Nahrungsmittel und Wasser. Während Erwachsene meist nach wenigen Tagen wieder fit sind, sind Durchfallerkrankungen für den Nachwuchs eine ernst zu nehmende Gefahr: „Kinder verlieren im Verhältnis zu ihrem Gewicht relativ schnell viel Flüssigkeit und damit auch wichtige Nährstoffe“, warnt die Ärztin Pfarrer. „Wenn die Beschwerden nicht nach einem Tag besser werden, sollten Sie zum Arzt gehen.“ Spezielle Lösungen, die den Flüssigkeits- und Elektrolytverlust wieder ausgleichen, sind in Apotheken erhältlich.

Außerdem kann man mit einfachen Hygieneregeln vorbeugen: Leitungswasser ist im Urlaub nur zum Waschen da. Es sollte nicht getrunken und auch nicht zum Zähneputzen verwendet werden. Durchfall auslösende Bakterien verbergen sich zudem häufig in Eiswürfeln oder Speiseeis. Auch bei exotischem Essen ist Vorsicht geboten. Auf rohe Lebensmittel wie Salat, Fleisch oder Fisch sollte man verzichten - frisch gekochte Speisen hingegen können bedenkenlos genossen werden. Obst immer schälen!

Ungetrübter Badespaß
Auch wenn seichte tropische Seen zum Baden einladen, sollte man diese meiden. Denn stehende Gewässer sind oft mit gefährlichen Parasiten verseucht, die Durchfall oder Entzündungen der Ohren und Augen auslösen. Außerdem sind Binnengewässer häufig Brutstätte für Malaria übertragende Mücken. Von fließenden Gewässern, bewegtem Meereswasser oder Pools geht hingegen in der Regel keine Gefahr aus.

Malariagebiete meiden!
Gebiete mit ganzjährigem Malariarisiko, wie zum Beispiel Teile Afrikas südlich der Sahara, südostasiatische Länder und Gebiete in Südamerika sollten mit Kindern nicht bereist werden. Auch in Gebieten mit geringerem Risiko ist Vorsicht geboten: „Auf Fernreisen ist ein sorgfältiger Mückenschutz Pflicht: Dazu gehören Moskitonetze über Betten und Spielstätten sowie lange, helle Kleidung und Insektenspray für die unbedeckten Körperstellen“, rät Pfarrer. „Malaria übertragende Mücken sind nacht- und dämmerungsaktiv. Während dieser Zeit sollten Sie sich deshalb in geschlossene Räume zurückziehen.“ Falls der Arzt eine medikamentöse Vorbeugung empfohlen hat, muss die Dosierung an Alter und Körpergewicht des Kindes angepasst werden.

Versicherungsschutz für unterwegs
Die medizinische Infrastruktur entspricht im Ausland oft nicht deutschen oder europäischen Standards. Deshalb empfiehlt sich ein zusätzlicher Auslandskrankenschutz, der die Kostenübernahme einer privaten Behandlung vor Ort, beziehungsweise den Rücktransport nach Hause sichert.
 
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Die Informationen dienen rein informativen Zwecken und dürfen auf keinen Fall als Ersatz für professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte angesehen werden. Sie beinhalten keinerlei Empfehlungen bezüglich bestimmter Diagnose- oder Therapieverfahren. Die Inhalte von gesundheitstrends.de dürfen niemals als eine Aufforderung zur Selbstbehandlung oder als Grundlage für Selbstdiagnosen und -medikation verstanden werden.

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