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Aquatraining – Bewegung im Wasser fördert die Gesundheit

Wenn wir uns ins Wasser begeben, so können wir uns ihm anpassen, uns passiv tragen oder bewegen lassen. Wir können es auch streicheln, greifen, verdrängen, durchtauchen oder -schwimmen. Ebenso können wir uns dem Wasser fest entgegenstellen und seinen Widerstand herausfordern. Letzteres ist Aquatraining.

Aquatraining

Forschungen haben ergeben, dass das flüssige Element mit seinen speziellen physikalischen Eigenschaften ein optimales Medium für die Verbesserung von Ausdauer, Kraft und Beweglichkeit ist. Die größere Dichte des Wassers sorgt für einen höheren Widerstand und erfordert deshalb eine verstärkte Muskelarbeit. Dabei muss es nicht immer Schwimmen sein. Es kann auch Wassergymnastik oder – wie es heute heißt – Aqua-Fitness sein.

Aqua-Fitness ist die allgemeine Bezeichnung für Fitness-Training im Wasser. Die Bandbreite der Aqua-Fitness-Angebote reicht von Gymnastik bis Hanteltraining. Auch ähnliche Begriffe, wie Aqua-Fit oder Aqua-Power werden gerne verwendet. Die sportlicheren Varianten mit dem Marschieren durch das Becken werden Aqua-Jogging und Aqua-Walking bezeichnet. Der gesundheitliche Wert von Aqua-Fitness ist deshalb so groß, weil durch den Auftrieb, der eine Art Schwerelosigkeit erzeugt, Wirbelsäule, Gelenke, Bänder und Sehnen entlastet werden. Besonders in der Rehabilitation werden die Vorzüge der Bewegung im Wasser eingesetzt. In zahlreichen Städten werden Kurse von Bäder, Sportvereine, Volkshochschulen und Fitnessclubs angeboten.

Ein Aqua-Training kann mit und ohne Geräte betrieben werden. Auftriebsgeräte, wie die Poolnudel, sorgen für Auftrieb bei den Übungen. Widerstandsgeräte erschweren das Training im Wasser durch einen zusätzlichen Widerstand. Eingesetzt werden dazu Scheiben oder Schwimmbretter.

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Entlastung der Gelenke

Jede der Aktivitäten im Wasser beansprucht mehrere Muskelfunktionen, die nach häufigem Ausüben „flüssiger“ ablaufen und Trainingseffekte erzeugen. Mit dem Nutzen solchen Kräftigungsübungen im Wasser hat sich Sportwissenschaftler Andreas Hahn an der Universität Halle-Wittenberg auseinandergesetzt. Der Buchautor über gesundheitsorientierte Bewegungsprogramme im Wasser zählt eine ganze Reihe von Vorteilen der Aqua-Gymnastik auf: Sie schont die Gelenke, sie hilft die Figur in Form zu halten, sie wirkt sich positiv auf Herz und Kreislauf und auf das Immunsystem aus. Der Körper wiegt im Wasser nur noch 10% des Eigengewichts. Die Gelenke werden entlastet.

Bewegung im Wasser hilft die Figur wieder in Form zu bringen

Ein weiterer Vorteil des Aquatrainings ist auch bei vielen anderen Sportarten gegeben – der Fettabbau. Bewegung im Wasser gibt übergewichtigen Menschen überhaupt erst die Chance, sich schmerzfrei über einen längeren Zeitraum sportlich zu bewegen, da durch die Auftriebswirkung permanent eine Gewichtsentlastung vorhanden ist.

Richtig trainieren bedeutet: sinnvolle Übungen ohne Fehlbelastungen

Da das Medium Wasser mehrdimensional wirkt, ist es umso wichtiger, zumindest zu Beginn unter fachgerechter Anleitung zu trainieren und die Übungen erst nach vorherigen ärztlichen Absprachen zu absolvieren. So können sinnvolle von sinnlosen Übungen unterschieden werden. Im Wasser besteht eine veränderte Bewegungsrichtung als „an Land“ – das muss beachtet werden. Im therapeutischen Aquatraining geht es darum, Fehlbelastungen zu vermeiden (z.B. die Gefahren von Herzrhythmusstörungen bei einigen Erkrankungen des Herzkreislaufsystems, das Provozieren schmerzhafter Kontrakturen bei Narbengewebe oder Neigungen zu Spastiken durch den Kälteeffekt beim Eintauchen ins kalte Wasser).

Ausdauerprogramme im Wasser und ihr gesundheitlicher Nutzen

Besonders interessant aus gesundheitlicher Sicht sind die Ausdauerprogramme im Wasser. Sie fördern die Steigerung der Sauerstoffaufnahme, senken Herzfrequenz und Blutdruck, erhöhen die periphere Durchblutung, trainieren Herz-und Skelettmuskulatur, reduzieren das LDL-Cholesterin, aktivieren die Hormonbildung und stabilisieren das Immunsystem.

Krafttraining im Wasser ist von Vorteil für die Gesundheit

Die Möglichkeit, im Wasser ein Krafttraining durchführen zu können, wird häufig wegen des scheinbar zu geringen Widerstands angezweifelt. Doch der Widerstand ist im Wasser 4- bis 12-mal höher als an Land und Untersuchungen belegten das Vorliegen ausgezeichneter Widerstandsbedingungen für das Kraftausdauertraining. Der Widerstand des Wassers ist abhängig von der Geschwindigkeit der Bewegungen und der Widerstandsfläche. Durch gezielte Übungen kann ein effektives und individuelles Training durchgeführt werden.

Kraftausdauertraining im Wasser macht den Stütz- und Bewegungsapparat leistungsfähiger, vermindert das Verletzungs- und Verschleißrisiko im Alltag und im Sport, stabilisiert den anfälligen Gelenkknorpel und Rumpf und schützt die Gelenke und die Wirbelsäule muskulär. Außerdem werden muskuläre Dysbalancen beseitigt, die durch vorwiegend sitzende Körperhaltungen in der Arbeitswelt verursacht werden. Krafttraining führt hier zum Abbau von Haltungs- und Muskelschwächen und es wirkt vorbeugend gegen Osteoporose.

Auch erhöht die durch das Training im Wasser vergrößerte Muskelmasse den Grundumsatz des Stoffwechsels und damit die Verbrennung von Fetten als Energiequelle. Krafttraining ist zusätzlich eine ideal beanspruchende Belastungsform für das Herz-Kreislauf-System. Denn Blutdruckspitzen im kritischen Bereich, wie beim exponierten Krafttraining an Land, werden im nassen Element vermieden. Muskulatur, die zur Abschwächung neigt (z.B. Rückenstrecker, Bauchmuskulatur, Gesäßmuskel, Knie- und Armstrecker) kann im Aquatraining ausgezeichnet gekräftigt werden.

Auch bei orthopädischen Erkrankungen kann Aqua-Training helfen

Das Medium Wasser ist generell bei Personen mit orthopädischen Erkrankungen eine einzigartige Möglichkeit, den Körper zu unterstützen. Der Aufenthalt im Wasser eröffnet gerade bei diesen Beschwerden enorme Möglichkeiten der Körpererfahrungen und des Körpertrainings, die unter Landbedingungen nicht möglich sind. So ergeben sich durch den Auftrieb des Wassers dreidimensionale Bewegungsrichtungen ähnlich den Bedingungen in der Schwerelosigkeit.

Übungen im schultertiefen Wasser können mittels des Auftriebs und des Wasserwiderstands Patienten mit Beweglichkeitsdefiziten im Schulterbereich zur erfolgreichen vor der Therapie nicht möglichen Seithalte oder Rückführung des Arms führen.

Der Aufenthalt im warmen Wasser unterstützt die Durchblutung

Das warme Wasser im Therapiebecken unterstützt durch die permanente Wasserumspülung die Durchblutung der Haut und des Gewebes. Am bekanntesten ist die therapeutische Nutzung des Wassers für die Vielzahl von Patienten mit Rückenbeschwerden. Bemerkenswert erscheint hier z.B. die Wirkung von bewusst provozierten kleinen Turbulenzen des Wassers auf die tiefen Muskelgruppen, die insbesondere für die stabile aufrechte Körperhaltung von Bedeutung sind.

Bewegen im Wasser besitzt eine ausschwemmende Wirkung – gegen Ödeme und Wasserstauung im Gewebe. Die Durchblutung des Gewebes wird gesteigert, die venöse Blutrückführung zum Herzen gefördert. Die optimale Wassertemperatur insbesondere für Therapieeffekte liegt im Bereich von 32 bis 34° C.

Welche Voraussetzungen benötigt man für Aqua-Training?

Für die Teilnahme an den Kursen gibt es keine generellen Voraussetzungen. Wichtig ist, dass Sie sich im Wasser wohl fühlen und an keiner gravierenden akuten Krankheit leiden. Bei Blutdruck und ausgeprägten Herzbeschwerden sollten Sie mit dem Aqua-Training sehr vorsichtig sein. Beim Eintauchen ins Wasser fließt durch den Druck innerhalb kurzer Zeit viel Blut in die Herzregion. Daher sollten vor allem Betroffene und ältere Menschen mit dem Hausarzt sprechen. Bei frischen Wunden, akuten Entzündungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Narben oder Hauterkrankungen ist das Aquatraining weniger geeignet. Am besten bei Vorerkrankungen Ihren Arzt um Rat fahren und auch den Trainer über bestehende körperliche Beschwerden im Vorfeld informieren.

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