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Das kleine Blutbild

Das kleine Blutbild kann eine ganze Menge Rückschlüsse auf den Gesundheitszustand ermöglichen. Es kann darüber aufklären, ob ein Mangel oder eine Infektion dahintersteckt. Der Arzt nimmt dafür nur wenige Milliliter Blut ab und untersucht einige Werte, wie Leukozyten, Hämoglobin und Cholesterin.

Blut

Jeder Mensch besitzt je nach Körpergewicht etwa 5 bis 6 Liter Blut, welches ständig durch die Venen und Arterien seines Körpers fließt. Beim kleinen Blutbild wird Blut aus einer Armvene entnommen und im Labor auf seine Bestandteile untersucht. Ziel der Untersuchung ist es, Auffälligkeiten beim Blut festzustellen. Es gibt für die einzelnen Werte Norm- bzw. Referenzwerte. Das sind Anhaltswerte für Erwachsene. Für Kinder weichen diese teilweise deutlich ab. Die persönlichen Werte sollten immer mit dem Arzt besprochen werden.

Weiße Blutkörperchen (Leukozyten)

Die weißen Blutkörperchen sind für das Immunsystem entscheidend. Die Anzahl der Leukozyten gibt Hinweise auf chronische Entzündungen oder Störungen des Immunsystems. Eine erhöhte Anzahl kann auf Entzündungen, bakteriellen Infektionen, chronischen Erkrankungen und Allergien deuten. Vermindert kann es sich um Virusinfekten, Vergiftungen und um Autoimmunerkrankungen handeln. Der Normwert beträgt 4.000 – 10.000/µl.

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Blutplättchen (Thrombozyten)

Die Blutplättchen, die auch Thrombozyten genannt werden, sind kleine, scheibchenförmige Blutbestandteile, die im Knochenmark gebildet und in der Milz abgebaut werden. Normalerweise enthält ein Milliliter Blut 150.000 - 400.000 Blutplättchen. Sie spielen eine wichtige Rolle bei der Blutgerinnung und bei der Gewebereparatur nach einer Gefäßverletzung oder Entzündung. Anhand des kleinen Blutbildes werden häufig nach Infektionen, Operationen mit einem hohen Blutverlust, Krebserkrankungen, Leukämie und andere Knochenmarkserkrankungen eine zu hohe Anzahl an Thrombozyten festgestellt. Einer verminderten Anzahl an Thrombozyten liegt eine Chemotherapie, Knochenmarkserkrankungen, eine Milzvergrößerung oder meist ein Eisen-, Folsäure- oder Vitamin B12 Mangel zugrunde. Die Folge dazu ist, dass das Blut schlechter gerinnen kann und Wunden langsamer verheilen.

Rote Blutkörperchen (Erythrozyten)

Rote Blutkörperchen transportieren Sauerstoff zu Organen. Mögliche Erklärungen für einen erhöhten Wert der Erythrozyten sind Stress, Flüssigkeitsmangel und Sauerstoffknappheit. Ein niedriger Wert könnte an Blutarmut (Anämie), Mangelernährung, Magen-Darmblutungen und Blutverlust liegen. Als Normwerte bei Männern gelten 4,8 – 5,9 Mio./µl und bei Frauen: 4,3 - 5,2 Mio./µl.

Hämatokrit

Hämatokrit beschreibt den Volumenanteil von roten Blutkörperchen im Gesamtblut. Der Wert ist erhöht bei einer krankhaften Vermehrung der roten Blutkörperchen und bei Flüssigkeitsverlust. Mögliche Erklärungen für einen zu niedrigen Wert sind Blutarmut, Blutverlust, Leistungssport und Schwangerschaft. Normwerte sind bei Frauen 37 - 47% und bei Männer 40 - 54%.

Hämoglobin

Der rote Blutfarbstoff bindet Sauerstoff. Der Hämoglobin-Wert verändert sich mit der Zahl der roten Blutkörperchen. Die Normwerte bei Frauen sind 12 – 16 g/dl (7,4–9,9 mmol/l) und bei Männern 12,9 – 16,2 g/dl (8,4–10,9 mmol/l). Niedrige Hämoglobin-Werte deuten auf eine Anämie, wie Eisenmangel, eine Nierenerkrankung oder eine Magen-Darm-Erkrankung hin. Einen erhöhten Hämoglobin-Wert kann auf einen Schlaganfall oder ein Gehirntumor zurückzuführen sein.

MCV

Das Mittlere korpuskuläre Volumen ist das durchschnittliche Volumen eines einzelnen roten Blutkörperchens. Der Wert wird aus dem Quotienten des Hämatokrit-Wertes und der Erythrozyten-Anzahl berechnet und dient der Differenzierung von Blutarmut. Normwerte sind 78 – 94 fl (Femtoliter). Hohe Werte können auf Leberzirrhose, Alkoholismus, Vitamin-B12- oder Folsäuremangel hindeuten. Niedrigere MCV-Werte auf Eisen-, Kupfer- oder Vitamin-B6-Mangel.

MCH

Das mittlere korpusukuläre Hämoglobin ist die durchschnittliche Konzentration von Hämoglobin, die in einem einzelnen roten Blutkörperchen enthalten ist. Es wird aus dem Verhältnis des Hämoglobin- zum Hämatokrit-Wert ermittelt. Der Referenzwert ist 28 – 34 Pikogramm. Zu hohe MCH-Werte können auf Folsäure- oder Vitamin-B12-Mangel hindeuten. Zu niedrigere MCH-Werte lassen auf eine Blutarmut aufgrund Infektionen, Mangel an Vitamin-B6 oder Kupfer schließen.

Mittlere Korpuskuläre Hämoglobinkonzentration (MCHC)

Die mittlere korpusukuläre Hämoglobin-Konzentration ist die durchschnittliche Konzentration von Hämoglobin in allen roten Blutkörperchen (Erythrozyten). Es wird aus dem Verhältnis des Hämoglobin- zum Hämatokrit-Wert ermittelt. (MCHC = Hämoglobin/Hämatokrit bzw. MCHC = MCH/MCV). Der Referenzwert beträgt 30 – 36 g/dl. Zu hohe MCHC-Werte können auf Erkrankungen der roten Blutkörperchen hindeuten. Bei zu niedrigeren MCHC-Werte könnte Eisenmangel oder Pyridoxinmangel (Vitamin B6) vorliegen.

Retikulozyten

Retikulozyten sind Vorläuferzellen der roten Blutkörperchen (Erythrozyten). Der Normbereich ist 7 – 15 %. Zu niedrige Retikulozyten-Werte können auf eine verringerte Blutbildung hindeuten, beispielsweise bei einer besonderen Form der Blutarmut. Zu hohe Retikulozyten-Werte können auf eine gesteigerte Blutbildung hindeuten, wie nach einem größeren Blutverlust.

Mittleres Thrombozytenvolumen (MPV oder MTV)

Der Wert fungiert als Messwert des mittleren Volumens der Thrombozyten im Körper und gibt Aufschluss über Komplikationen in Form und Anzahl der im Blut befindlichen Blutplättchen. Normwerte sind 7 – 12 fl. Erhöhte Werte können von u.a. von Infekten, einem Herzinfarkt und Diabetes-mellitus stammen. Niedrige werden möglicherweise von bösartigen Erkrankungen blutbildender Organe und bösartigen Erkrankungen des Knochenmarks.

Erythrozytenverteilungsbreite (RDW)

Die Erythrozytenverteilungsbreite ist ein Maß für die Größenverteilung der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) im Blut. Der Normalwert beträgt 11,9 – 14,5%. Erhöhte Werte sind ein Hinweis auf das Vorliegen verschiedener Anämieformen. Jedoch wird der Wert bei der Beurteilung nicht einzeln betrachtet, sondern dient im Zusammenhang mit anderen Laborwerten zur Differentialdiagnose.

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