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Leistenbruch – Ursachen und Behandlung

Die Leistenbruch-Operation (Hernien-OP) gehört zu den häufigsten chirurgischen Eingriffen, in Deutschland kommen jährlich mehr als 200.000 Patienten unters Messer. Männer sind davon neun Mal häufiger betroffen als Frauen. Wie kommt es zum Bruch der Leiste und wie wird er operiert?

Leistenbruch

Es kann beim Tragen, beim Sport, beim Stuhlgang oder sogar beim Husten passieren: ein Leistenbruch. Anfangs ist von einem Leistenbruch zuerst oft nichts zu spüren. Meistens wird nach unbestimmter Zeit ein kleiner Knubbel in der Leistengegend sichtbar, der manchmal zu einer Beule anwächst.

Männersache wegen Anatomie

Leistenbruch ist meist Männersache. Das Verhältnis von männlichen zu weiblichen Betroffenen liegt bei 9:1. Die Gründe liegen in der Anatomie des Mannes, da der Samenstrang im Leistenkanal verläuft, sowie die Versorgungsgefäße für die Hoden liegen. Dadurch entsteht eine natürliche Lücke in der Bauchwand, durch die Bauchhöhleninhalt aus der eigentlichen Bauchhöhle heraustreten kann. Auch lastet auf der Leistenregion ein gewisser Druck, der durch die Bauchorgane und die Bauchmuskulatur hervorgerufen wird. Wenn wir beispielsweise etwas hochheben oder beim Stuhlgang stark pressen, erhöht sich dieser Druck. Im Normalfall bereitet dies der Leistenregion keine Probleme, da sie durch kräftige Muskeln und ein festes Bindegewebe gestützt wird.

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Darm rutscht in den Leistenkanalausgang

Wird der Druck jedoch zu stark, gibt das Gewebe nach und es entsteht eine sogenannte Bruchpforte. Durch diese Lücke können sich Teile der Organe, zum Beispiel des Darms, hindurchzwängen. Teile des Bauchhöhleninhalts verlagern sich somit außerhalb der Bauchhöhle. Die Diagnose eines Leistenbruchs ist nicht immer einfach. Ein wichtiges Symptom von einem Leistenbruch ist eine von außen sichtbare Schwellung im Bereich der Leiste oder des Hodensacks. Der Arzt kann bei der Untersuchung die Region um die Leiste abtasten und ein Ultraschall oder MRT anfertigen.

Notwendigkeit der sofortigen Operation

Betroffene spüren zwar meist sofort Schmerzen, doch aus Scham scheuen sie eine genaue Untersuchung oder den notwendigen chirurgischen Eingriff. Doch ein Leistenbruch bildet sich nicht von selber zurück und muss deshalb behandelt werden. Auch wenn sich der Bruchinhalt in die Bauchhöhle zurückschieben lässt, wird der Bruch dadurch nicht geheilt und bleibt weiter bestehen. Brüche sind vor allem dann gefährlich, wenn die Organe des Bauchraums im Bruch eingeklemmt bleiben. Dies erfordert eine sofortige Operation.

Bruchband

Als konservative Versorgungsmöglichkeit eines Leistenbruchs gilt das Bruchband. Dieses kommt bei Patienten zum Einsatz, die aufgrund ihres Alters oder anderer medizinischer Umstände nicht operiert werden können. Damit es zu keinen Komplikationen kommt, muss der Patient zuerst umfassend untersucht worden sein. Danach bedarf es einer richtigen Anpassung des Bruchbands.

Operation

Früher wurden viele Leistenbrüche offen operiert, bei der über einen Hautschnitt in der Leiste der Leistenkanal eröffnet wird. Der Inhalt wird zurück in den Bauchraum gedrückt. Danach wird der Bruchsack abgetragen und vernäht.

Heutzutage wird meist ein minimalinasiver Eingriff angewendet, bei dem die Bauchdecke kaum geöffnet werden muss. Bei dem sogenannten Iaparoskopischer Eingriff gelingt der Zugang und Verschluss des Leistenbruchs über einen sehr kleinen Schnitt mittels Bauchspiegelung. Die benötigten chirurgischen Instrumente sowie ein zusammengerolltes Kunststoffnetz werden in den Bauchraum eingeführt. Das Netz wird dann im Bauchraum ausgebreitet und bei der TAPP-Technik mit speziellen Clips befestigt. Hingegen bei der TEP-Technik wird das Netz zwischen Bauchfell und Muskulatur ohne Schnitte, ohne Nähte und ohne Metallclips eingebracht.

Weitere Ursachen eines Leistenbruchs

Für die Entstehung eines Leistenbruchs können eine Bindegewebsschwäche, Übergewicht und fortgeschrittenes Alter mitverantwortlich sein. Ein Leistenbruch kann auch Kinder betreffen und angeboren sein. Der Leistenbruch beim Kind besteht aus einem Bruchsack, der ein meist angeborener erweiterter gangförmiger Fortsatz des Bauchfells ist. Dieser Fortsatz zieht durch eine kleine Muskellücke in oder durch den Leistenkanal. Bildet sich im Bruchsack eine Flüssigkeitsansammlung spricht man von einem Wasserbruch.

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