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Darmkrebs ist eine heimtückische Erkrankung

Bei den meisten Menschen kann Darmkrebs zu 100 Prozent vermieden oder geheilt werden – wenn er früh genug erkannt wird.

DarmGrafik: wikipedia.org/William Crochot – gemeinfrei

In Deutschland erkranken im Jahr rund 73.000 Menschen an Darmkrebs. Es ist die zweithäufigste Krebserkrankung bei Frauen und Männern. In den Industrieländern hat die Anzahl der Darmkrebsneuerkrankungen in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen.

Darmkrebs ist eine heimtückische Erkrankung, weil er im Frühstadium so gut wie keine Beschwerden verursacht. Die Erkrankung beginnt meist schleichend mit sehr unterschiedlichen Krankheitszeichen. Typische Symptome sind dann Blut oder Schleim im Stuhl, Darmkrämpfe, Durchfälle und Verstopfungen. Dazugehörige Symptome wie z.B. Leistungsabfall, Müdigkeit, Gewichtsverlust und allgemeine Schwäche können auch auf andere Krankheiten deuten. Bei verändertem Stuhlverhalten, faulig-eitriger Stuhlgeruch oder Blut im Stuhl sollte ein Internist aufgesucht werden.

Früherkennung

Wichtig ist die aktive Darmkrebs-Vorsorge. Durch Vorsorgeuntersuchungen können bereits die Vorstufen, so genannte Darmpolypen, erkannt und entfernt und somit der Darmkrebs verhindert werden. Aus gutartigen Wucherungen der Darmschleimhaut können im Laufe der Jahre diese Vorwölbungen zu bösartigen Tumoren heranwachsen. Dabei ist sichtbares Blut im Stuhl ein alarmierendes Warnsignal, das dringend der medizinischen Abklärung bedarf. Doch es sollte hierbei beachtet werden, dass Darmkrebs auch vorliegen kann, wenn kein Blut im Stuhl vorhanden ist.

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Risikofaktoren

In den meisten Fällen lässt sich keine einzelne Ursache für die Krebsentstehung benennen. Bestimmte Faktoren erhöhen das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken. Eine Rolle spielen der persönliche Lebenswandel, Ernährungsgewohnheiten, die gesundheitliche Situation und die familiäre Veranlagung.

Ein wichtiger Risikofaktor ist das Vorkommen von Darmpolypen. Häufig erfolgt die Umwandlung von gesunden Darmzellen in Krebszellen über gutartige Vorstufen. Ein erhöhtes familiäres Risiko für Darmkrebs besteht, wenn in der Familie oder bei direkten Verwandten einmal Darmkrebs aufgetreten ist.

Auch Vorerkrankungen der Dickdarmschleimhaut, wie Colitis Ulcerosa oder Morbus Crohn, und Diabetes Typ 2 erhöhen das Risiko an Darmkrebs zu erkranken. Mit der persönlichen Lebensweise lässt sich auch Einfluss nehmen. So nimmt das Erkrankungsrisiko zu, wenn man sich wenig bewegt, an Übergewicht leidet, raucht, übermäßig Alkohol konsumiert und sich ungesund ernährt. Eine Fehlernährung mit übermäßiger Kalorienzufuhr sowie eine fett- und fleischreiche Kost mit niedrigem Anteil an Ballaststoffen sollte vermieden werden. Andererseits steigt auch mit zunehmendem Lebensalter das Risiko für Darmkrebs. Deshalb übernehmen die Krankenkassen die Kosten für eine Darmspiegelung als Vorsorgeuntersuchung für Personen ab dem 55. Lebensjahr und bei Patienten aus Risikofamilien bereits vorher.

Stuhlbluttest und Darmspiegelung

Um Darmkrebs frühzeitig zu erkennen, werden in der Regel zuerst ein Stuhlbluttest und später eine Darmspiegelung durchgeführt. Mit einem Stuhlbluttest, der auch Okkultbluttest genannt wird, testet man den Stuhl auf verdecktes Blut. An drei aufeinander folgenden Tagen wird eine etwa erbsengroße Menge Stuhl auf das entsprechende Feld eines Teststreifens aufgetragen. Die Testbriefchen lässt der Arzt danach im Labor untersuchen. Fällt das Ergebnis positiv aus, bedarf es einer näheren Abklärung der Ursache. In diesem Fall wird die Darmspiegelung mit dem Koloskop eingesetzt, da durch dieses Verfahren Polypen und Krebsgewebe mit hoher Sicherheit erkannt und auch rechtzeitig entfernt werden können. Vor der Untersuchung bzw. am Vorabend der Darmspiegelung muss der Patient mit einem speziellen Abführmittel seinen Darm reinigen, damit der Arzt bei der Untersuchung alle Unregelmäßigkeiten in der Darmschleimhaut erkennen kann.

Entdeckt der Arzt bei der Darmspiegelung im Schleimhautrelief des Darmes einen Polyp, kann er ihn mittels kleinster Zangen oder einer elektrischen Schlinge entfernen. Das Koloskop hat an der Spitze einen Videochip, der das Bild auf einen Monitor überträgt. Gewonnene Gewebeproben werden dann im Labor nach der Einfärbung unter dem Lichtmikroskop beurteilt. Die Darmspiegelung gilt als Routineuntersuchung und damit als risikoarm, dennoch kann eine Komplikation auftreten, wenn beispielsweise die Darmwand beim Einführen des Koloskops verletzt wird oder Blutungen auftreten.

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