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Hildegard-Medizin: Leben im Einklang mit der Natur

Die medizinischen Schriften der Äbtissin Hildegard von Bingen haben einen ganzheitsmedizinischen Ansatz. Ihre Methoden zur Gesundheitsförderung werden auch im Lichte der heutigen Wissenschaft in großen Umfang bestätigt. Zur Schulmedizin kann die Hildegard-Medizin eine sinnvolle Ergänzung sein.

Hildegard von Bingen (1098-1179) zählt zu den faszinierendsten Gestalten des Mittelalters, ein Multitalent mit einem einzigartigen und vielseitigen Werk. Als Äbtissin eines Benediktinerinnenklosters, Theologin, Dichterin, Mystikerin, Komponistin, Botanikerin, Forscherin, Medizinerin und Naturheilkundige schuf sie ein einzigartiges Werk im Zeitbruch des Mittelalters, die mit den sozialen, geistigen und religiösen Neuansätzen Parallelen zur Gegenwart aufweist.

Die Gesundheitslehre der Äbtissin Hildegard von Bingen erlebte in den letzten Jahren vor allem im anglo-amerikanischen und asiatischen Raum eine Renaissance. Die moderne Phytotherapie (Pflanzenheilkunde) konnte dank der Analyse von Inhaltsstoffen zahlreicher Heilkräuter ihre Wirksamkeit unter Beweis stellen. Eine wachsende Anzahl von Menschen sucht im Werk Hildegards Orientierung und Rat. Im Mittelpunkt der Heilkunde nach Hildegard von Bingen stehen neben diätetischen Maßnahmen und Ausleitungsverfahren vor allem der Einsatz spezifischer Heilmittel (z.B. Pflanzen, Edelsteine) aber auch psychotherapeutische Maßnahmen.

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Was ist Hildegard-Medizin?

Die medizinischen Schriften der Äbtissin Hildegard von Bingen haben einen ganzheitsmedizinische Ansatz (Zusammenhang von Körper, Seele und Geist). In ihrer Methoden-Sammlung zur Heil- und Gesundheitskunde zählen die Pflanzenheilkunde, die Ernährungsregeln, Ausleitungsverfahren und die Edelsteintherapie zu den Schwerpunkten. In den Regeln ihrer Ordnungstherapie erkannte sie die Notwendigkeit von Ausgeglichenheit von Ruhe und Bewegung, Schlaf- und Wachrhythmus und die Bedeutung von Luft und Licht. Ihre Methoden zur Gesundheitsförderung werden auch im Lichte der heutigen Wissenschaft in großen Umfang bestätigt.

Hildegard-Medizin stellt in hohem Maße eine Form der Präventiv-Medizin dar. Eine Vorreiter-Rolle spielte sie bei der Erkenntnis von der optimalen Ernährung, die nach Hildegard von Bingen die Gesundheit fördern und Krankheiten vorbeugen kann. Ihre Phytotherapie fasste die damalige Klostermedizin zusammen, die heute wieder populärer wird. Gleiches gilt für die ausleitenden Verfahren, die an Beliebtheit gewinnen.

Die fünf Säulen der Hildegard-Medizin

Naturheilmittel. Hildegard von Bingen sah in der ganzen Schöpfung, in den Pflanzen und Tiueren und sogar in den Steinen geheime Subtilitäten (Heilkräfte) verborgen. „In allen Geschöpfen, den Tieren, den Vögeln, den Fischen, den Kräutern und den Fruchtbäumen liegen geheimnisvolle Heilkräfte verborgen, die kein Mensch wissen kann, wenn sie nicht Gott selber geoffenbart hat.“ (Hildegard von Bingen)

Ernährungstherapie. „Eure Lebensmittel sollen Eure Heilmittel sein.“ (Hippokrates)

Ausleitungsverfahren. Zur Entgiftung zählen Aderlaß, Schröpfen, Blutegeltherapie und vor allem das Fasten.

Seelisches Gleichgewicht. Selbsterkenntnis der eigenen Stärken und Schwächen. Hildegard versuchte dies durch positives und konstruktives Denken auszugleichen. Naturgemäße Lebensregeln. Stressbewältigung in Beruf und Familie: Durch optimales Selbstmanagement zur Regeneration finden.

Heilfasten nach Hildegard von Bingen – das ganzheitliche Fastenprogramm

Durch Entsäuern und Entgiften zu neuer Lebenskraft und Vitalität. Für die gesundheitlichen Herausforderungen des Lebens bietet Heilfasten eine hervorragende Heil- und Regenerationsfähigkeit. Bei regelmäßigem Fasten wird das biologische Alter herabgesetzt und die Vitalität nachhaltig gesteigert. So kann das sanfte Fasten und die Meditation den Körper reinigen und zu innerer Harmonie verhelfen. „Die Seele liebt in allen Dingen das rechte Maß.“ (Hildegard von Bingen)

Einstieg in die bewusste Ernährung

Durch die Fehl- und Überernährung kommt es zu Gefäßablagerungen und zu einer Übersäuerung des Stoffwechsels. Im Fasten werden die sauren Stoffwechselprodukte ausgeschieden und die Selbstheilungskräfte angeregt. Im Fastenseminar wird vermittelt auf den „inneren Arzt“ zu hören, der oft klüger ist und im Krankheitsfalle die Nahrungsaufnahme von selbst absetzt. Hildegard drückte dies besonders schön in folgenden Worten aus: „Wir müssen auf die Stimme der Seele hören, wenn wir gesunden wollen.“

Dinkel das beste Getreide

Hildegard von Bingen bezeichnete den Dinkel als das „beste Getreide“. Bereits vor 300 v. Chr. wurde diese alte Kulturpflanze als Vorläufer des Weizens kultiviert. Die biologische Wertigkeit ist aufgrund des Mineralstoffreichtums (Kalium, Phosphor, Magnesium und Eisen) höher als bei anderen Getreidesorten, die zudem auch im Getreidekern und nicht nur in der Schale enthalten sind. Da dieses "Urgetreide" von einem sehr festen Spelz umhüllt wird, der vor dem Mahlen entfernt wird, ist ein umweltfreundlicher Anbau ermöglicht.

Chemischer Pflanzenschutz erübrigt sich, gleiches gilt für Stickstoffdünger. Im Gegensatz zu den hochgezüchteten Getreidesorten ist er gegen die meisten Pilzerkrankungen resistent. In der heutigen Bioküche hat Dinkel einen hohen Stellenwert bei einer reichen Anzahl von Gerichten. Hildegard von Bingen bereitete daraus Brot und "Nervenkeks" mit Muskatnuss, Zimt und Gewürznelken.

Autor: Irene Moser

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