Anzeige

Spannungskopfschmerzen – oft haben sie muskuläre Ursachen

Durch bewusstes Entspannen Spannungskopfschmerzen vorbeugen.

Frau
Foto: Köll

Über 2/3 der Bevölkerung in Deutschland plagt sich hin und wieder mit Kopfschmerzen. Eine der häufigsten Kopfschmerzform ist der Spannungskopfschmerz. Dies ist ein leicht- bis mittelschwerer Kopfschmerz, der im Bereich des gesamten Kopfes auftreten kann und der sich bei körperlicher Aktivität nicht verstärkt. Der Schmerz ist dumpf, drückend-ziehend, jedoch nicht pulsierend und erstreckt sich in der Regel über beide Kopfhälften. Im Gegensatz zur Migräne treten keine Begleiterscheinungen wie Übelkeit, Erbrechen oder Lichtüberempfindlichkeit auf.

Der Begriff "Spannungskopfschmerz" gibt in vielen Fach- und Lehrbüchern Anlass zu phantasievoller Interpretation des Krankheitsbildes. Es werden Synonyme genannt wie zum Beispiel "psychogener Kopfschmerz" oder "idopathischer oder essenzieller Kopfschmerz". Dies soll ausdrücken, dass die Ursache zwar wesentlich ist, aber unbekannt. Somit kann nur eine symptomatische Therapie sowie eine vorbeugende Behandlung erfolgen.

Spannungskopfschmerzen treten in zwei verschiedenen Formen auf: episodisch und chronisch. Der episodische Spannungskopfschmerz zeigt sich an weniger als 15 Tagen im Monat und setzt häufig schon in jungen Jahren ein. Beim selteneren chronischen Spannungskopfschmerz, welcher meist um des 40. Lebensjahres auftritt, spricht man, sobald die Kopfschmerzen an mindestens 15 Tagen im Monat in mehr als 6 aufeinanderfolgenden Monaten auftraten. Hier sind die Betroffenen oft gekennzeichnet durch Ängstlichkeit, Schlafstörungen und depressiver Grundstimmung.

Anzeige

Die Hauptrolle beim Spannungskopfschmerz spielt die Muskulatur. Unsere Muskulatur kann akut (zum Beispiel durch einen Auffahrunfall) oder chronisch (zum Beispiel durch falsche Haltung oder Funktionsstörungen im Kausystem) geschädigt werden. Durch diese Schädigung der Muskulatur entstehen so genannte myofasciale Triggerpunkte, welche unserer Großhirnrinde über langsame und ungenau informierende "C-Nervenfasern" mitteilen, dass ein Schmerzproblem besteht. Anders als zum Beispiel bei einem Messerschnitt in den Finger ist unser Gehirn bei einem muskulären Problem nicht in der Lage, den genauen Ort und die Art des Problems zu erkennen. Myofasciale Triggerpunkte in der Muskulatur lösen so genannte "übertragene Schmerzen" in Körperpartien aus, die vom verursachenden Triggerpunkt zum Teil weit entfernt sein können.

Weiterhin können myofasciale Triggerpunkte auch "übertragene Phänomene" verursachen, welche den betroffenen Patienten häufig zum "Psychofall" abstempeln: Zungenbrennen, Tinnitus, Schwindel, Kloßgefühl im Hals, unklare Schwellungen, Augen- und Nasensekretion sind nur einige wenige Phänomene, welche von myofascialen Triggerpunkten ausgelöst werden können.

Therapieformen

Durch die vor allem in den USA und in der Schweiz entwickelte Triggerpunkttherapie und andere Therapieformen wie Cranio-Sakral-Therapie oder Osteopathie kann Patienten dauerhaft und vor allem ohne belastende medikamentöse Therapie geholfen werden, wenn auch die Ursachen, wie zum Beispiel Funktionsstörungen im Kausystem, beseitigt werden.

Vorbeugung beim chronischen Spannungskopfschmerz gelingt dadurch, dass bewusste Pausen im Alltag gemacht werden. In einer gesunden Balance sollten Aktivität und Entspannung stehen. Yoga, Autogenes Training und progressive Muskelentspannungsübungen nach der Jacobson-Methode eignen sich als mögliche Entspannungsmaßnahmen. Auch regelmäßige Bewegung, wie Laufen, Schwimmen und Radfahren sind empfehlenswert. Schmerzmittel dürfen bei chronischen Spannungskopfschmerzen wegen der Gefahr des Fehlgebrauchs nicht regelmäßig und nur unter ärztlicher Anleitung eingenommen werden. Treten die Beschwerden wiederholt auf, ist ein Besuch beim Neurologen ratsam.

Anzeige