Anzeige

Nachteile von Multitasking

Heutzutage möchte man alle anstehenden Arbeiten im Beruf und in der Freizeit gleichzeitig erledigen, um ja keine Zeit zu verlieren. Doch die Konzentration und die Qualität der Arbeit leidet darunter.

Schreibtisch

Völlig flexibel gleichzeitig mehrere Aufgaben erledigen. Dieses sogenannte Multitasking ist an vielen Arbeitsplätzen heutzutage zu finden. Es wird telefoniert, E-Mails beantwortet und daneben noch gegessen. Alles gleichzeitig. Eigentlich müssten wir damit viel mehr Zeit für andere Dinge haben, doch weit gefehlt.

Auch in der Freizeit machen sehr viele Menschen mit Multitasking weiter. Wer schaut den heutzutage noch knapp zwei Stunden einen Film im Fernsehen an, ohne zwischendurch mal schnell zu telefonieren, eine SMS zu verschicken, Zeitung zu lesen, zu essen oder im Internet zu surfen? Wir haben es verlernt, uns auf eine Aufgabe zu konzentrieren. Wir klagen über Zeitnot, besuchen Zeitmanagement-Seminare und versuchen immer noch mehr gleichzeitig zu machen. Doch die Zeit lässt sich nicht aufhalten und der Mythos Multitasking ist nur eine Illusion. Die ständigen Unterbrechungen durch E-Mail, Telefon und persönliche Kommunikation führen zu Ineffizienz und dem permanenten Gefühl der Überforderung.

Anzeige

Multitasking macht krank

Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen aus der Psychologie und Hirnforschung belegen, dass die Effizienz beim Bearbeiten verschiedener Aufgaben abwechselnd in kurzen Zeitabschnitten im Vergleich zur Bearbeitung der Aufgaben nacheinander sinkt. Multitasking fordern zwar viele modernen Jobs, doch es richtet mehr Schaden an, als es nutzt.

In einer Studie testete der Kommunikationswissenschaftler Clifford Nass von der Stanford University Personen darauf, was diese durch konsumieren von mehreren Medien besser machen als andere. Das Ergebnis war ernüchternd für die sogenannten Multitasker. So ließen diese sich beim Erledigen einer Aufgabe viel leichter ablenken als die Probanden der Vergleichsgruppe, die selten mehrere Tätigkeiten und Medien gleichzeitig konsumierten. Daneben konnten sie in ihrem Kurzzeitgedächtnis die aufgenommenen Informationen schlechter in wichtige und unwichtige einteilen und benötigten immer eine gewisse Zeit, um von einer Aufgabe zur nächsten zu wechseln.

Anhand der Untersuchungen zeigte sich, dass das Gehirn immer nur eine Sache erledigen konnte. Wer gleichzeitig Aufgaben angeht verschlechtert damit die Leistung oder verlangsamt die Arbeit. Zwar wird in vielen Stellenbeschreibungen Multitasking gefordert, doch damit verschwenden Menschen täglich wertvolle Arbeitszeit und die Unternehmen Geld. Schnelles Bearbeiten unterschiedlicher Aufgaben bedeutet zugleich nicht ein besseres Ergebnis, da einiges nur oberflächlich bearbeitet wird.

Mögliche Folgen des Multitasking und der ständigen Informationsflut: Konzentrationsstörungen. Mit dem gleichzeitigen Bearbeiten von Aufgaben sind wir meist überfordert und können nicht mehr gezielt uns nur mit einer Aufgabe befassen, die wir qualitativ und effizient fertigstellen. Damit wird der Kontext meist nicht mehr verinnerlicht und nur ganz wenige Informationen kommen noch ins Langzeitgedächtnis. Jede Unterbrechung stört bei kreativen Prozessen.

Prioritäten setzen

Wer gleichzeitig mehrere Aufgaben lösen muss, sollte Prioritäten setzen. Welche Aufgaben sind wichtig und dringend? Das bedeutet auch selbstdiszipliniert sich auf eine Sache zu konzentrieren. Lassen Sie sich nicht ständig von eintreffenden Mails, SMS, Kollegen und von Telefonanrufen ablenken. Schalten Sie die automatischen grafischen und hörbaren Notifikationen einer eingehenden Mail oder SMS ab. Das mag zwar hilfreich bei wichtigen Nachrichten sein, doch lenkt von der eigentlichen Arbeit ab. Sie benötigen danach zu lange, um wieder konzentriert an der ersten Sache zu sein. Bearbeiten Sie Ihre E-Mails im Block zu bestimmten Zeiten des Tages und organisieren Sie sich Zeiten, in denen Sie weder per Besuch noch per Telefon erreichbar sind.

Durch Multitasking wird meist unendlich viel Zeit mit der Informationsverarbeitung verbracht: Informationen lesen, werten, auswerten, darauf reagieren, ablegen. Besser eine Aufgabe nach der anderen erledigen und in Konzentrationsphasen ungestört das Wichtigste bzw. die schwierigste Aufgabe in Angriff nehmen.

Entspannungspausen

Vergessen Sie nicht während der Tätigkeit regelmäßig Pausen zu machen und vor allem diese einzuhalten. Bereits fünf Minuten zwischendurch können einen zur Ruhe kommen lassen. Hilfreich sind kurze Atemübungen, bei dem Sie sich ruhig hinsetzen und die Augen schließen. Legen Sie die Hand flach auf den Brustkorb und atmen Sie tief ein. Halten Sie kurz inne und lassen Sie die Luft wieder bewusst raus. Nach einigen Wiederholungen sind Sie hoffentlich etwas zur Ruhe gekommen.

Anzeige