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Vorsicht bei Blitz und Donner

Bei Gewitter wird oft noch vieles falsch gemacht. Beachten Sie ein paar Tipps.

Gewitter

In den Sommermonaten treten sehr oft Gewitter mit Blitz und Donner auf. Gewitter entstehen durch rasches Aufsteigen feuchtwarmer Luft und ihrer raschen Abkühlung, verbunden mit Blitzen, die als elektrische Entladungen in einer Wolke oder zwischen Wolken und der Erdoberfläche stattfinden. Vor allem im Sommer bei aufgeheizten Luftschichten in Bodennähe und aufsteigender feuchtwarmer Luft entstehen Wärmegewitter, die meistens in den Nachmittags- und Abendstunden auftreten. Aber auch im Winterhalbjahr kann öfters ein Wintergewitter in den Mittags- und frühen Nachmittagsstunden stattfinden.

Neben Blitz gehört auch der Donner zu einem Gewitter. Er entsteht durch die plötzliche Ausdehnung der Luft, die durch den extremen Temperaturanstieg der Luft beim Durchgang eines Blitzes verursacht wird. Aus der Zeit zwischen dem Blitz und dem Donner kann die Entfernung des Blitzes berechnet werden. Als Faustregel gilt: Drei Sekunden entsprechen recht genau einem Kilometer.

Vorsichtsmaßnahmen bei Gewitter

Richtig gefährlich wird ein Gewitter, wenn der Zeitraum zwischen Blitz und Donner weniger als 10 Sekunden beträgt und man in freier Natur unterwegs ist. Gefahr droht, falls man selbst der höchste Punkt der Umgebung ist und direkt vom Blitz getroffen werden kann oder indem der Blitz in unmittelbarer Nähe des Menschen einschlägt und einen Spannungstrichter aufbaut. Dieser entsteht wenn der Blitz den Boden berührt, in alle Richtungen fließt und von der Stelle des Einschlages nach außen hin kreisförmig abnimmt und sich im Erdreich kegelförmig fortsetzt. Steht man in diesem Spannungstrichter auf dem Boden oder läuft man gerade, dann liegt an jedem Bein eine andere Spannung, wegen dem unterschiedlichen Abstand zum Einschlagsort, vor. Diese sogenannte Schrittspannung führt zu einem Stromfluss durch den Körper.

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Wird man vom Gewitter im Freien überrascht und findet nicht einen geeigneten Unterschlupf, wie Haus, Scheune oder Auto, dann ist es besser bei Blitzeinschlag in der näheren Umgebung stehen zu bleiben und nicht wegzulaufen. Dann mit geschlossenen Beinen in die Hocke gehen, mit den Händen nicht den Boden berühren und nirgends anlehnen. Arme um die Knie verschränken. Niemals gestreckt hinlegen und mindestens einen halben Meter Abstand zu anderen Personen einhalten. Nichts und niemanden mit den Händen berühren, auch nicht einen Regenschirm und nicht den höchsten Punkt im Gelände bilden. Gefährliche Stellen, die man bei Gewitter auf jeden Fall meiden sollte, sind Waldränder mit hohen Bäumen, Sendemasten, Antennen und Metallzäune, Hügel- oder Dünenspitzen und alleinstehende Bäume, besonders mit weit herausragenden Ästen.

Wird man im Sommer beim Schwimmen, Rudern oder am Strand von einem Gewitter überrascht, dann sollte man schnellstens das Wasser verlassen, das Ufer anlaufen und Schutz in einem Auto oder Haus suchen. Schwimmen oder durch das Wasser waten ist bei Gewitter lebensgefährlich. Auch Gewitter in den Bergen sind gefährlich, weil der Bergsteiger oder Tourengeher sie oft zu spät erkennt. Vor jeder Bergwanderung sollte der örtliche Wetterbericht genauestens studiert und die Ratschläge von erfahrenen Bergführern befolgt werden.

Im Gebirge ohne genaue Ortskenntnisse ist es meist schwierig, schnell eine geeignete Schutzstelle zu finden. Man sollte deshalb den Abstieg ins Tal rechtzeitig beginnen, ehe dunkle und bedrohlich wirkende Wolken das Gewitter ankündigen. Gelingt die Rückkehr nicht mehr, sind Berghütten und Höhlen ein ziemlich sicherer Unterstand. Nicht berührt werden dürfen Drahtseile, die entlang gesicherter Klettersteige verlaufen. Gefährlich ist der Aufenthalt auf Bergkämmen oder Höhenzügen. Seien Sie hier besonders vorsichtig. Verlegen Sie nach Möglichkeit Freizeitaktivitäten auf die Morgenstunden, da die meisten Gewitter nachmittags auftreten.

Den besten Schutz bietet ein Haus aus Stein oder Beton mit vollständig installierter Blitzschutzanlage. Auch Fahrzeuge mit geschlossener Metallkarosserie wirken wie ein Faradayscher Käfig und bieten so maximale Sicherheit. Vermeiden Sie jedoch, Metallteile darin zu berühren. Auch in Gebäuden sollte während des Gewitters weder geduscht, gebadet noch mit einem Festnetztelefon telefoniert werden. Stecker von Elektrogeräten und der Antenne sollten herausgezogen werden, da selbst Überspannungsschutzleisten nur einen Basisschutz vor Überspannungsschäden bieten.

Erste Hilfe für vom Blitz getroffene Menschen

Wird ein Mensch vom Blitz getroffen, dann ist schnelle Hilfe gefragt. Die häufigsten Folgen eines Blitzschlages sind Atem- sowie Herzstillstand. Wenn notwendig, muss daher sofort mit Herzdruckmassage und Beatmung begonnen werden. Dazu umgehend den Notarzt rufen.

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