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Wie sich Gefühle in unser Essen mischen

Liebe geht durch den Magen und Verliebte leben von Luft und Liebe. Frust und Stress können im Gegensatz zu Fressattacken führen. Unser Gemütszustand beeinflusst ganz eindeutig auch unser Hungergefühl.

Plunder

Emotionen und Essverhalten

Emotionen bestimmen das Essverhalten. Wer verliebt und glücklich ist, nimmt meist ab und wer traurig ist, futtert Kummerspeck an. Dafür gibt es handfeste hormonelle Gründe. Denn Verliebtheit ist nicht nur ein Gefühl, sondern es setzt Hormone frei, die alle physiologischen Abläufe im Körper komplett durcheinander wirbeln. Es herrscht ein positiver Ausnahmezustand, der Spiegel des Aktivitätshormons Dopamin steigt im Körper an und Grundbedürfnisse wie Essen und Schlaf treten in den Hintergrund. Das kann an dem Hormon Phenylethylamin (PEA) liegen, das nicht nur für Herzklopfen und Schmetterlinge im Bauch sorgt, sondern zugleich wie ein emotionaler Appetitzügler wirkt: Diese chemische Substanz findet man übrigens nicht nur bei Verliebten im Blut, sondern auch in Schokolade, Diätgetränken und Appetitzüglern.

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Viele Menschen nehmen auch Nahrung zu sich, um ein bestimmtes Gefühl vorzurufen. Essen kann auch die Seele trösten und die Laune bessern. Als Ersatz für fehlende Nähe und Geborgenheit wird Schokolade, statt einer Umarmung Pizza, Kekse und ein Dessert gegessen. Ersatzbefriedigung und Beruhigung. Vermehrter Stress kann die Stoffwechselprozesse im Körper extrem durcheinander bringen. Unter Anspannung produziert der Körper beispielsweise vermehrt das Nebennierenhormon Cortisol, das wiederum den Appetit anregt. Und wer kennt das nicht: ein schneller Griff zu Süßigkeiten, um schnell den vom Gehirn angezeigten Energiebedarf zu decken und sich wieder zu beruhigen. Denn Zucker kurbelt die Produktion von Serotonin im Blut an.

Essen als Belohnung

Bereits als Kind hat man gelernt, bestimmte Gefühle mit Essen zu verbinden. Essen wurde als Mittel zur Belohnung oder zur Ruhigstellung eingesetzt. Doch solche Verhaltensmuster ebnen ungewollt den Grundstein für spätere Essstörungen. Erwachsene greifen in bestimmten Gefühlszuständen dann genauso zum Essen, wie man es als Kind getan hat. Doch solche Trostpflaster machen sich schnell durch zu viele Pfunde um die Hüften bemerkbar.

Hilfe durch Verhaltenstherapie

Kontrolliertes Essen losgelöst von Einstellungen und Verhaltensweisen kann neu erlernt werden. Das Gehirn wird dabei gezielt trainiert, um eingefahrene Verhaltensweisen zu verändern. Stress- und Frustesser sollten daneben lernen, besser und rechtzeitig auf alle Signale ihres Körpers zu achten und anders auf sie zu reagieren als über übermäßige Essenszufuhr. In der Therapie arbeitet man an den Auslösern, die zu dem Verhalten führt. Ist beispielsweise Stress ein Auslöser, dann sollte gelernt werden, durch Verhaltensänderungen in solchen Situationen die Fixierung auf das Essen zu lösen. Hilfreich sind Entspannungsübungen, Bewegung und Ablenkung. Eine gewisse Belohnung kann auch hin und wieder mit einem tollen Essen stattfinden. Aber möglichst bewußt und mit Genuß.

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