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Alexandertechnik – Freiere Bewegungen für ein besseres Körpergefühl

Mit der Alexandertechnik lernt man, willentlich seine Bewegungsabläufe und Körperhaltung zu verbessern – und damit die eigene Gesundheit zu fördern.

AlexandertechnikFoto: Gesellschaft der Lehrer/innen der F.M. Alexander-Technik e.V., www.alexander-technik.info, Telefon 0761-383357

Man macht bei der Alexandertechnik neue Beobachtungen und Erfahrungen, die sich auf die richtige Körperstellung beziehen. Das betrifft zum Beispiel den Kopf, die Schultern und den Rücken. Um das bessere Körpergefühl zu erreichen, versucht der Alexander-Lehrer zum Teil tief sitzende, für den Körper schädliche Verhaltensmuster aufzulösen und durch bewusste, freiere und natürlichere Bewegungen zu ersetzen.

Die meisten Menschen nehmen bei alltäglichen Handlungen ungesunde Körperstellungen ein, ohne dies wahrzunehmen. Häufig anzutreffen sind der schiefe, gebeugte Rücken, die Verlagerung des Kopfes nach vorne und die Stauchung des vorderen Brustkorbs. Die Folge der Fehlhaltungen können ernste gesundheitliche Probleme sein, die nicht nur den Bewegungsapparat betreffen.

Andererseits lassen sich für Erwachsene ihre gewohnten Bewegungsmuster und Fehlhaltungen nur noch schwer durchbrechen, nicht umsonst spricht man von der „Macht der Gewohnheit“. Dies ist der Ansatzpunkt für die Alexandertechnik, bei der mit bewusstem Einsatz des Willens, mit entspannten Muskeln und mit gleichmäßiger Atmung neue Bewegungsmuster und Körperpositionen erlernt werden.

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Die Alexandertechnik wurde von Frederick Matthias Alexander (1869-1955) entwickelt, einem australischen Schauspieler, der ständig an Heiserkeit und eingeschränkter Atmung gelitten hatte. Seine von ihm seit 1931 an Schüler weitergegebene Technik wird oft als Vorgänger anderer somatopädagogischer Methoden wie Feldenkrais und Rolfing bezeichnet.

AlexandertechnikPhysiotherapeuten setzen die Alexandertechnik gegen Rücken-, Schultern-, und Kopfschmerzen ein sowie zum Stressabbau. Studien zufolge kann sie auch zur Therapie bei Morbus Parkinson eingesetzt werden. Unter Musikern, Tänzern, Schauspielern ist die Alexandertechnik seit langem weit verbreitet. Die größte Rolle bei dieser Körpertherapie spielt die Koordination von Kopf, Hals und Rumpf (Primärsteuerung). Die Verkrampfung des Körpers wird durch diese Lernprozesse bei der Alexandertechnik vermindert und die Bewegungen der einzelnen Körperbereiche besser aufeinander angepasst. Durch diese Technik ergeben sich ebenso positive Einwirkungen auf das psychische Gleichgewicht. Denn die Emotionen sind eng mit der Körperhaltung gekoppelt, wie das zum Beispiel bei Trauer und gebeugter Haltung der Fall ist.

Es gibt bei der Alexandertechnik keine falschen oder richtigen Bewegungen, sondern es geht darum, die vorhandene Energie auf sinnvolle Weise zu nutzen. Reaktionen auf Reize sollen bei der Alexandertechnik zu unterbinden versucht werden, um andere Handlungsmöglichkeiten ausprobieren zu können. Die Lehrer der Alexandertechnik fassen mit den Händen die Klienten gezielt an, um Verkrampfungen und unvorteilhafte Stellungen aufzuspüren und zu beheben. Nicht förderlich für den Erfolg der Alexandertechnik ist daher die Abneigung gegen Berührungen von anderen/fremden Menschen, da Berührungen in der Alexandertechnik eine große Rolle spielen.

Ausgeübt werden bei der Alexandertechnik besonders Bewegungen, die im Alltag des jeweiligen Menschen häufig vorkommen, beispielsweise Gehen, Stehen, Sitzen, Atmen oder einfach das Aufrechthalten des Kopfes auf dem Hals. Die neuartigen Haltungen während der Ausführung der Alexandertechnik fühlen sich zunächst oft ungewohnt und verkehrt an, was aber im Verlauf durch eine verbesserte Wahrnehmung und einen besseren Umgang mit der eigenen Person immer mehr in den Hintergrund rückt.

Die Alexandertechnik wird am besten in Einzelsitzungen gelehrt, die Schulung kann aber auch in Gruppen stattfinden. Empfohlen wird zunächst eine Reihe von sechs Unterrichtsstunden, nach denen man die Übungen oft schon im Alleingang ausüben kann. Während einer Unterrichtsstunde zur Alexandertechnik lernt der „Patient“ individuell mittels gezeigter Bewegungsmuster, Erklärungen und aufmerksamer Wahrnehmung neue Bewegungsarten, die sich von den alten Gewohnheiten unterscheiden.

Prinzipiell kann jeder die Alexandertechnik erlernen und von ihrer Ausführung profitieren. Besonders von Vorteil ist die Anwendung der Alexandertechnik bei Personen, die an Verspannungen und ähnlich gelagerten Problemen des Bewegungsapparates leiden. Stresssymptome und Depressionen können durch die Alexandertechnik ebenso bekämpft werden wie chronische Schmerzzustände. Bei Verletzungen sollte je nach Schwere der Beginn der Sitzungen besser bis nach der Ausheilung verschoben werden. Einen Nutzen aus der Alexandertechnik ziehen können ebenfalls Sänger, Schauspieler, Sportler und andere Menschen, bei denen koordinierte Bewegungen eine große Rolle im Alltag spielen.

Übungen zum Selbermachen

Übung 1: Legen Sie sich bäuchlings auf den Boden. Legen Sie die Arme neben den Körper, wobei die Handflächen nach oben zeigen. Drehen Sie den Kopf zur Seite. Ruhen Sie sich in dieser Position einige Minuten lang aus, und machen Sie sich dabei bewusst, dass Ihr gesamter Körper vom Fußboden gestützt wird und dass Sie keinerlei Anstrengungen unternehmen müssen, um ihn in dieser Lage zu halten. Beobachten Sie Ihren Körper, und Sie werden feststellen, wie sich verspannte Muskeln lockern und der Bodenkontakt zunimmt.

Übung 2: Ziehen Sie Ihre Schuhe aus. Stellen Sie sich vor einen Spiegel und versuchen Sie dabei, Ihr Gewicht gleichmäßig auf beide Füße zu verteilen. Bleiben Sie so 3 bis 4 Minuten stehen. Nehmen Sie Ihren Körper dabei bewusst wahr. Dann heben Sie ein Bein vom Boden und schließen die Augen. Achten Sie darauf, wie Ihr Körper reagiert, falls Sie das Gleichgewicht verlieren. Ziehen Sie den Kopf zurück – verspannen Sie sich?

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