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Heilkraft des Fastens – Aktuelle Forschung beleuchtet die Hintergründe im Organismus

Fasten hat in den vergangenen Jahren eine hohe Popularität erlangt. Der zeitlich begrenzte Nahrungsverzicht hat nachgewiesenermaßen vielfaltige positive Auswirkungen auf den Körper. Zucker- und Cholesterinspiegel sinken, der Blutdruck normalisiert sich und der Darm wird gereinigt. Aktuelle Forschung beleuchtet die Hintergründe im Organismus.

Teebar

Regelmäßiges Fasten fördert die Gesundheit und verlängert das Leben. Diese Erkenntnis – alt wie die menschliche Kultur – wird von vielen Studien und Forschern immer wieder bestätigt. Erkrankungen, wie Diabetes, metabolisches Syndrom, Herzinfarkt, Schlaganfall, Krebs oder Demenz, treten bei kalorischer Restriktion viel seltener oder später auf. Altwerden wird viel häufiger bei bester Gesundheit möglich, wie Dr. med. Mag. phil. Richard Kogelnig, Mayr-Arzt im Parkhotel Igls, Zentrum der Modernen Mayr-Medizin berichtet.

Worin begründet die positive Kraft des Fastens?

Offenbar werden durch Fasten spezielle Überlebensmechanismen aktiviert. So sinkt die Körpertemperatur durchschnittlich um 0,5 Grad Celsius, die Körperenergien werden vor allem zur Reparatur und Regeneration von Zellen verwendet. Nicht nur Versuche mit Tieren, insbesondere mit Rhesusaffen, belegen eine positive Wirkung einer kalorienreduzierten Diät, sondern auch Untersuchungen am Menschen bestätigen die positiven Effekte. Wissenschafter der Louisianer State University haben vor kurzem die positiven Wirkungen einer kalorienreduzierten Diät an Menschen untersucht. Im Rahmen dieser Studien durften die Probanden nur 75 bis 88 % der Kalorienmenge zu sich nehmen, die sie benötigten, um ihr Gewicht zu halten.

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Nach 6 Monaten konnte gezeigt werden, dass die Studienteilnehmer nicht nur einen besseren Stoffwechsel mit niedrigeren Insulinwerten aufwiesen, sondern bei genetischen Untersuchungen deutlich geringere Schäden im Erbgut hatten als die Vergleichsgruppen. „Solche Ergebnisse sind für uns eine Bestätigung unserer jahrelangen medizinischen Arbeit“, freut sich Dr. med. Mag. phil. Richard Kogelnig. Als Mayr-Arzt therapiert er seit mehr als 20 Jahren Menschen mit modernen, kontrollierten Fastenkuren.

Die positiven Wirkungen des Fastens greifen tief in den Organismus ein, wie Dr. Kogelnig berichtet: „Durch die Verbesserung der Blutfette und Normalisierung bzw. Verbesserung der Blutdruckwerte beugt eine kalorisch restriktive Diät auch Herzkreislauferkrankungen vor. Gerontologen, so genannte Altersforscher, bestätigen in ihren Studien, dass kalorienreduzierte Diäten sich nicht nur günstig auf den Alterungsprozess, sondern auch auf die Lebenserwartung auswirken.“ Fasten scheint auf einen wichtigen Regelkreis zu wirken, der offenbar den gesamten Alterungsprozess beeinflussen kann.

Lange Zeit hatten Forscher die kalorische Restriktion für einen passiven Prozess gehalten und gedacht, dass der Organismus in der Hungerperiode seinen Umsatz herunter fährt und weniger schädliche Abfallprodukte produziert. Diese Meinung ist für den Mayr-Arzt obsolet. „Wir vertreten die Auffassung, dass Fasten eine aktive Antwort auf die Umwelt ist, eine Art Stressreaktion“, so Kogelnig. Beim Fasten wird ein bestimmtes Enzym, das Sirtuin aktiv. Dieses Enzym gehört zur Grundausstattung des Lebens. Bei Säugetieren wurden sieben verschiedene Sorten dieses Enzyms entdeckt. Diese werden einige Stunden nach Fastenbeginn angeschaltet und aktivieren bestimmte Proteine, die eine noch wenig verstandene Kaskade von Aktionen in Gang setzen, welche zu einer Erhöhung der Widerstandskraft und Vitalität der Zellen führt.

Nach den modernen Erkenntnissen kann fest gehalten werden, dass regelmäßiges Fasten bzw. kalorische Restriktion die Entstehung vom Erbgutfehlern reduziert bzw. vermeidet, die Reparatur von Körperzellen verbessert, die Abwehrkraft stärkt, zu einer höheren Vitalität der Körperzellen führt und eine höhere Lebenserwartung als Langzeiteffekt erzielt. Abgesehen von diesen bisher nur geahnten und nunmehr bewiesenen positiven Auswirkungen auf zellulärer Ebene hat eine Fastenkur noch eine andere häufig erwünschte „Nebenwirkung“: Das Körpergewicht reduziert sich und die Figur nähert sich ihrer idealen Linie.

Traditionell bietet sich die Zeit Ende des Winters besonders gut für eine Fastenkur an. „Früher sprach man von Entschlackungskuren“, schmunzelt Dr. Kogelnig, „heute wissen wir, dass die Effekte eines gesunden, kontrollierten Fastens viel tiefer in den Organismus eingreifen. In der Modernen Mayr-Medizin sprechen wir heute von einer Aktivierungstherapie für Gesundheit, Lebensqualität und viel Kraft für den zweiten Lebensabschnitt.“

Wichtige Regeln beim Fasten

  • Beginnen Sie behutsam. Der Verdauungstrakt muss sich in ein bis zwei Tagen bei leichter Kost auf die Schonzeit vorbereiten können.
  • Ausreichendes Trinken ist während des Fastens wichtig. Geeignete Getränke sind Mineralwasser, Kräutertees, verdünnte Frucht- und Gemüsesäfte, salzarme Gemüsebrühe und Molke.
  • Verzichten Sie konsequent auf Genussmittel wie Alkohol, Nikotin und Kaffee.
  • Wichtig ist Entspannung und Ruhe während des Fastens.
  • Moderate Bewegung im Freien bringt den Kreislauf in Schwung. Empfehlenswert sind auch Kneippanwendungen.
  • Wichtig ist ein gemächlicher Start nach der Fastenkur mit leicht verdaulicher Aufbaukost.
  • Fasteneinsteiger sollten vorher einen Gesundheits-Check beim Arzt unterziehen, auch wenn man sich für kerngesund hält.
  • Treten während des Fastens gesundheitliche Probleme auf, sollten Sie die Fastenkur abbrechen und einen Arzt aufsuchen.
  • Menschen mit Vorerkrankungen sollten nicht ohne fachliche Begleitung Fasten.
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