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Arbeitsleben, Stress und Gesundheit

Im Arbeitsleben nimmt kontinuierlich der Druck auf Arbeitnehmer zu. Auch Führungskräfte sind permanent gestresst mit negativen Folgen auf die Gesundheit. Je höher die Anforderungen und Belastungen im Alltag sind, umso wichtiger ist es, Körper und Geist gut zu pflegen.

Manager

Gerade Menschen, die sich hauptsächlich über ihren Job definieren, verdrängen Ihre Überforderung gerne. Viele Führungskräfte sind Verdrängungs-Weltmeister. Oft mussten sie lange mit Fleiß, Ellenbogen und Glück sich auf der Karriereleiter nach oben kämpfen. Doch obwohl endlich „oben angekommen“, geht es mit der Belastung weiter, sonst droht der Abstieg.

Unregelmäßiger Lebenswandel

Während manche Führungskraft in der wenigen Freizeit relativ gesund lebt, sieht es im Job meist ganz anders aus. Kaum oder gar keine Bewegung, ausgefallene Mittagsessen, lange Flüge, Jetlag, Zeitumstellung, deftiges Essen am Abend und lange Besprechungen, die keine Runde Sport am Abend mehr zulassen. E-Mails nach Feierabend und dringende Anrufe im Urlaub. Zu Stress im Job kommt immer mehr die Doppelbelastung durch das familiäre Engagement hinzu, da man gegenüber der Familie keine Blöße geben möchte. Alles in allem ein unregelmäßiger Lebenswandel, der das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen erhöht. Befindet sich der Körper in einem chronischen Anspannungs- und Aktivierungszustand kann dies auch zu erhöhtem Blutdruck, Herzinfarkt, Schlaganfall, erhöhtem Blutzucker- und Cholesterinspiegel, Magen-Darm-Problemen, Verspannungen, Kopfschmerzen, geschwächtem Immunsystem, Erschöpfung oder Leistungsverlust führen.

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Keine Schwäche zeigen

Totale Erschöpfung am Arbeitsplatz und in der Freizeit macht auch in der Führungsetage nicht halt. Kaum einer gesteht sich ein, dass er mit seinem Arbeitspensum und mit den Ansprüchen an sich überfordert ist. Daneben ja nie eine Schwäche zeigen, da sonst das Image Kratzer bekommen könnte. Manager können somit auch in ihrem Freizeitleben nicht entspannen und müssen überall vorne mitmischen. Manche Führungskraft versucht dann Höchstleistungen beispielsweise im Marathon-Lauf zu erbringen, obwohl die Zeit für Training und die individuellen Voraussetzungen nicht gegeben sein. Andere meinen direkt vom Schreibtisch-Job aus ohne besondere Vorbereitung auf hohe Berge klettern zu können. Falscher Ehrgeiz schadet eher.

Stress schafft nicht nur Manager. Aktuelle Studien zeigen, dass viele Menschen zunehmend an ihre Grenzen stoßen und für sie der Leistungsdruck zu groß ist. Ein Ungleichgewicht zwischen Arbeitsanforderung und persönlicher Leistungsfähigkeit entsteht. 24 Stunden am Tag reichen nicht mehr aus, um alles zu bewältigen, was ansteht.

Dauerstress schädigt

Stress kann durchaus positiv sein. Es spornt an und fördert in der richtigen Dosis die Leistung. Aber auch hier gilt: Zuviel des Guten ist ungesund. Dauerstress kann zu gesundheitlichen Problemen führen. In den meisten Fällen kommt es zu Herz-Kreislauferkrankungen, da eine kontinuierliche Ausschüttung von Cortisol den Zucker und die Fette im Blut steigen lässt. Mit zunehmendem Alter kommt es daraufhin immer mehr zu Ablagerungen von Plaques in den Gefäßen. Steigender Blutdruck und Gefäßverkalkung erhöhen das Risiko eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls.

Aber auch erhöhte Leberwerte, Magenprobleme, Beschwerden des Gelenk- und Wirbelsäulenapparates sowie psychische Erkrankungen, wie Reizbarkeit, depressive Stimmung, Schlaflosigkeit und Erschöpfungszustände, können Folgen hoher Belastung sein. Daneben kann Stress Auswirkungen auf die Verdauung haben. In Stresssituationen wird die Verdauung von der Durchblutung und den Nerven schlecht versorgt. Dadurch kann es zu Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bauchkrämpfen kommen.

Tipps für einen gesünderen Umgang mit Stress

Überdenken Sie die eigenen Leistungserwartungen. Ist wirklich jede Arbeit dringend und wichtig? Nehmen Sie ein Blatt Papier und schreiben Sie auf, was Ihnen Angst und was Druck macht. Ein Zeitmanagement gibt es eigentlich nicht, doch Sie können Aufgaben und Projekte nach Wichtigkeit und Dringlichkeit sortieren.

Setzen Sie Grenzen, geben Sie Aufgaben ab, nehmen Sie Unterstützung an und lernen Sie auch, bei Bedarf „Nein“ zu sagen. Überdenken Sie Ihre Einstellungen. Immer perfekt sein zu wollen, setzt einen oft zusätzlich unter Druck.

Konzentrieren Sie sich auf eine Tätigkeit. Multitasking und andauernde mediale Belastung ist nicht effizient. Müsste zwar jede Führungskraft wissen, doch immer noch werden in der Telefonkonferenz Mails beantwortet oder andere Projekte bearbeitet.

Arbeiten Sie an wichtigen Aufgaben und prüfen Sie kritisch die Dringlichkeit. Gehen Sie die Probleme richtig und strukturiert an. Nehmen Sie sich dafür genügend Zeit, sammeln Sie unparteiisch und objektiv die Fakten, die Sie am besten aufschreiben. Oft liegt die Lösung schon auf der Hand, wenn das Problem schriftlich fixiert ist. Am besten die Emotionen außen vor lassen. Lernen Sie sich nicht selbst zusätzlich unter Druck zu setzen. Manche Arbeitsaufträge können auch abgelehnt oder an Kollegen delegiert werden. Erledigen Sie eines nach dem anderen – das Wichtigste unddas Schwierigste zuerst.

Planen Sie täglich eine Pause für Erholung und Ruhe ein. Lassen Sie sich in dieser Zeit weder vom Telefon, Kollegen oder durch Mails stören. Damit kann sich der Körper zwischendurch von der Belastung erholen. Bevor Sie durch die Arbeitslast zusammenbrechen, suchen Sie rechtzeitig das Gespräch mit dem Chef und sprechen Sie mit ihm über mögliche Lösungen. Gönnen Sie sich jeden Tag eine stille Zeit, um den Tag zu reflektieren und sich auf den nächsten Tag und bevorstehende Aufgaben vorzubereiten.

Regelmäßige Bewegungseinheiten im Grünen helfen, Stresshormone abzubauen. Spaziergänge und Ausdauersportarten wie Laufen, Schwimmen, Radfahren, Walking oder Inlineskating machen den Körper leistungsfähiger, regt den Stoffwechsel an, machen kreativer und sorgen zusätzlich für Stressabbau.

Spezielle Entspannungsübungen, wie Autogenes Training, Progressiver Muskelentspannung und Yoga, entspannen nach einem harten Tag. Gehen Sie raus in die frische Luft und in die Natur. Ein kurzer Spaziergang im Park erdet auch den gestressten Manager, der meint, er müsste ohne Pausen 16 Stunden am Stück am Schreibtisch verbringen.

Gehen Sie gemeinsam mit Partner oder mit Freunden mal wieder ins Kino, ins Theater oder zum Sport. Achten Sie darauf, Ihre Bedürfnisse im Alltag ausreichend zu berücksichtigen. Da jeder Stress anders bewältigt, kann ein heißes Bad, Malen, Kochen, Gartenarbeit, Lesen, Musik hören oder mit den Kindern spielen richtig entspannend sein.

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