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Ingwer – was die scharfe Wurzel alles kann

Schon seit Jahrtausenden gilt der Ingwer in Asien als Heilpflanze – wegen seiner ätherischen Öle und Scharfstoffe. Kaum eine andere Pflanze ist derart fest sowohl in der traditionellen Heilkunde als auch in der fernöstlichen Küche verwurzelt wie diese unscheinbare Knolle.

Ingwer

Besonders die asiatische Küche setzt auf Ingwer. Die scharfe Wurzel gehört zu den Einkeimblättrigen Pflanzen, wächst in den Tropen und Subtropen und erreicht Wuchshöhen von 50 bis über 100 Zentimeter. Die krautige Pflanze treibt aus einer unterirdischen, knollig verdickten und verzweigten Sprossachse aus. Angenehm aromatisch ist der Geruch des Ingwers. Frisch kann man ihn aufgrund seiner starken Würze nur in kleinen Portionen verzehren. Das Trocknen und Kandieren macht ihn milder. So wird er zum gesunden Snack, den man auch in größeren Mengen genießen kann.

Ingwer ist zugleich fruchtig, scharf und erfrischend. Teetrinker schätzen die wärmende Sofort-Wirkung des Ingwers. Bevor es an frostigen Wintertagen nach draußen geht, einfach ein Stück Ingwer in dünne Scheiben schneiden, mit kochendem Wasser überbrühen und fünf Minuten ziehen lassen. In heißen Ländern hingegen wird Ingwer gerne als Zusatz in Tee wegen seiner anregenden Wirkung auf die Schweißbildung verwendet. Mit Ingwer kann man außer Tee auch Kaffee und Liköre aromatisieren.

Ingwer ist auch als Zusatz in Ginger Ale und Ingwerbier zu finden. Getrocknete Wurzeln sind etwa doppelt so scharf wie frische. Meist werden diese später geernteten holzigeren Knollen nach dem Trocknen zu Ingwerpulver vermahlen. Getrockneter und gemahlener Ingwer gibt Kuchen ein besonderes Aroma.

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Inhaltsstoffe von Ingwer

Das süße, aromatische Kraut enthält Scharfstoffe und ätherische Öle. Der Ingwer-Wurzelstock enthält einen zähflüssigen Balsam, der aus ätherischen Ölen und Scharfstoffen wie Gingerole und Shoagole besteht. Jene hemmen Schmerzen und Entzündungen. Entzündlichen Erkrankungen wie Erkältungen, Rheumatismus und Magen-Darm-Problemen wird vorgebeugt. Die Scharfstoffe verbessern die Fließeigenschaften des Blutes und stärken dadurch Herz, Kreislauf und Venen.

Auch Verdauungsprobleme und Übelkeit aller Art haben keine Chance mehr. Dafür gibt man einfach zwei bis vier Gramm Ingwer ins Essen oder trinkt einige Tassen Ingwertee. Gegen Sodbrennen, Aufstoßen wird der Tee vor den Mahlzeiten getrunken. Ingwer aktiviert die Gallensaftproduktion und erleichtert so die Fettverdauung.

Bei Kopfschmerzen macht ätherisches Ingweröl den Kopf frei. Ingwermus wird durch ein Baumwolltuch gepresst, der entstehende Saft wird daraufhin mit der fünffachen Menge Olivenöl gemischt und damit werden sanft die Schläfen massiert. Bei Husten, Bronchitis und Fieber gilt Ingwer als schleimlösend und fiebersenkend. Dafür sollte Ingwer mit warmem Wasser drei- bis fünfmal täglich eingenommen werden.

Ingwer ist auch eines der besten Mittel gegen Übelkeit (auch in der Schwangerschaft) und bei See- und Reisekrankheit. Start, Landung, hoher Seegang oder eine Serpentinenfahrt in den Bergen – da gerät das Gleichgewichtsempfinden leicht durcheinander. In der Folge machen Magengrummeln und Übelkeit zu schaffen. Den Brechreiz kann Ingwer zuverlässig hemmen. Verantwortlich dafür ist eine Vielzahl ätherischer Öle und Bitterstoffe. Problemlos im Handgepäck verstauen lassen sich kandierte Ingwerstücke oder Ingwerriegel.

Hilfe bei Reiseübelkeit

Gegen die Seekrankheit hilft es, schon vor dem Ablegen des Schiffes einige Ingwer-Würfel zu kauen. Die Scharfstoffe des Ingwers entspannen die Muskeln des Verdauungstraktes. Der Magen wird stärker durchblutet, die Verdauungstätigkeit gefördert und Reizerscheinungen werden abgemildert.

Ingwer gedeiht überall dort, wo er ideale Wachstumsbedingungen findet: tropisches oder subtropisches Klima, hohe Luftfeuchtigkeit, einen schattigen Standort und humusreichen Boden. Während oben in subtropischer Luftfeuchtigkeit die orchideenartigen Blüten der krautigen Pflanze alle Aufmerksamkeit auf sich ziehen, bilden sich im Verborgenen schon die verzweigten, gehaltvollen Wurzelknollen. Deren Geschmacksintensität hängt vom Erntezeitpunkt ab: Je früher der so genannte „Grüner Ingwer“ ausgegraben wird, desto milder und zarter sind die Wurzelstücke. Diese lassen sich mittels einer speziellen Reibe mühelos in der Küche verarbeiten oder mit einem scharfen Messer zerkleinern, bevor sie in Topf oder Pfanne zum Einsatz kommen und fruchtig-feurige Schärfe bringen. Curry, Gemüse, Fleisch und Fisch, Suppen und Marinaden werden mit Ingwer gewürzt. Die kleine Knolle schmeckt in Kombination mit Kräutern und anderen Zutaten. Auch Printen, Lebkuchen und Milchreis werden mit gemahlenem Ingwer verfeinert.

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