Bierarten und Biersorten

Wir erklären Ihnen die verschiedenen Bierarten und Biersorten. Daneben erhalten Sie noch die Kalorienwerte der einzelnen Biere. Bier entsteht durch die alkoholische Gärung aus Wasser, Malz, Hopfen und Hefe. Man unterscheidt bei den Biergattungen zwischen untergärigen und obergärigen Bieren.
Bier


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Bier in Deutschland wird nach dem Reinheitsgebot gebraut. Der Verordnung von 1516 zufolge, darf Bier nur aus Gerstenmalz, Hopfen, Hefe und Wasser hergestellt werden. Dabei ist Bier im engeren Sinne ein alkohol- und kohlensäurehaltiges Getränk. Im weiteren Sinne versteht man unter Bier jedes alkoholhaltige Getränk, das auf Basis von vergorener Stärke hergestellt wurde, ohne dass dabei ein Destillationsverfahren angewandt wurde.

Biergattungen:

Biergattungen sind die in Deutschland verwendete gültige steuerrechtliche Untergliederung, die nur am Stammwürzegehalt festgemacht wird. Die Stammwürze gibt den Extraktgehalt der Bierwürze an. Durch die Gärung bilden sich ca. 1/3 Alkohol und 1/3 Kohlensäure; 1/3 verbleibt als unvergorener Restextrakt.
  • Einfachbiere mit einer Stammwürze von bis unter 7% (0,5 bis 3 Volumenprozent Alkohol)
  • Schankbiere mit einer Stammwürze ab 7% bis unter 11% (3 bis 4,5 Volumenprozent Alkohol)
  • Vollbiere mit einer Stammwürze ab 11% bis unter 16% (Alkoholgehalt von etwa 4,5 bis 5,5 Volumenprozent)
  • Starkbiere ab einer Stammwürze von 16% (mehr als 6 Volumenprozent Alkohol)

Bierarten:

Bierarten werden anhand der Gärtemperatur und den Eigenschaften der Hefestämme in untergärige und obergärige Biere unterschieden.
  • Obergärige Biere: Diese werden etwa 3 Tage bei 15 bis 20 Grad Celsius vergoren. Die Hefe sammelt sich am Ende der Gärung an der Oberfläche des Bieres. Die Gärung verläuft sehr schnell, das Bier hält sich nicht lange und muss rasch verbraucht werden. Klassische Beispiele sind Altbier, Kölsch, Berliner Weiße und Weizenbier, sowie die meisten englischen Biersorten.
  • Untergärige Biere: Hier setzt sich die Hefe nach dem Gärungsprozess auf den Boden des Gärtanks ab. In der Hauptgärung wird das Bier 8 Tage bei Temperaturen von 4 bis 9 Grad Celsius vergoren. Diese Biere benötigen eine gewisse Reifezeit und sind auch länger haltbar als die obergärigen Biere. Mit der Erfindung der Kältemaschine begann dann der Siegeszug des untergärigen Bieres. Die klassischen Sorten hier sind Pils, Helles und Export.

Biersorten:

Alkoholfreies Bier
Alkoholfrei darf sich ein Bier ab einem Alkoholgehalt von 0,5% (und weniger) nennen.

Alt
Obergäriges dunkelbernsteinfarbenes Vollbier mit etwa 4,8% Alkohol, das hauptsächlich in Düsseldorf und am Niederrhein getrunken wird. Der Name stammt von der alten obergärigen Brauart. Alt wird aus kleinen Gläsern (0,2 l) getrunken und kann, je nach Rezept, hopfen-bitter bis malzig-süß sein.

Berliner Weisse
Ein obergäriges, hefetrübes und lange gelagertes Bier. Der Geschmack der Berliner Weisse ist säuerlich, erfrischend vor allem im Sommer und wird oft in Pokalen mit einem Schuß Himbeer- oder Waldmeister-Sirup serviert. Die Hauptverbreitung ist Berlin und Umgebung. Die Berliner Weisse hat ca. 2,8% Alkohol und wird aus Gersten und Weizenmalz gebraut.

Bock
Das Bockbier ist ein vollmundiges Starkbier mit rund 7% Alkohol. Im Norden wird eher hell gebrautes Bockbier getrunken, im süddeutschen Raum bevorzugt man die dunkleren Bockbiere. Bockbier wird zu besonderen Anlässen gebraut.

Broyhan
Cord Broyhan braute im Jahre 1526 in Hannover als erster dieses nach ihm bennannte Broyhan-Bier. Es enthält als Gewürz nur Hopfen und helles Malz.

Dampfbier
Obergärige Biere, die mit Hilfe von Dampfmaschinen gebraut wurden, nannte man Dampfbier. Dieser Begriff geht auf die Einführung der Dampfmaschinen in den Brauereien zurück.

Dinkel
Bei dieser Sorte wird Dinkelmalz anstelle von Gerstenmalz verwendet.

Diätpils
Bei der Herstellung von Diätpils werden in einem besonderen Brauverfahren fast sämtliche Kohlehydrate zu Alkohol umgewandelt. Das Bier ist kalorienarm, jedoch sehr alkoholhaltig. Zielgruppe des Diätpils sind Diabetiker.

Doppelbock
Doppelbock ist ein Bockbier, welches mit einem Stammwürzegehalt von über 18 % eingebraut wird. Der Alkoholgehalt beträgt etwa 6 %. Diese haben meist die Endsilbe "-ator" im Namen.

Eisbock
Bockbier mit rund 7% Alkohol, welchem durch Gefrieren Wasser entzogen wurde. Dieses Verfahren wurde unter dem Namen "ICE-RIFING" in den USA in den letzten Jahren populär. Das Bockbier ist ein Saisonprodukt, dessen Herstellung an bestimmte Jahreszeiten oder Anlässe gekoppelt ist.

Export
Untergäriges Bier mit malzigem Geschmack und schwächer gehopft als Pilsener Biere. Es enthält 5 bis 5,5 % Alkohol.

Gose
Gose ist ein obergäriges, helles Weissbier. Dieses Traditonsbier aus Sachsen und Thüringen wird heute wieder in Leipzig gebraut. Man trinkt es mit Kümmel oder Johannisbeersaft. Pur schmeckt es säuerlich und erfrischend.

Ice-Beer
Durch das ICE-RIFING-Verfahren (Gefrieren) wurde dem Bier Wasser entzogen. Ist seit den letzten Jahren in den USA populär geworden und findet teilweise auch in Europa Abnehmer. Die Charakteristik ist sehr weich, sehr mild und schlank mit dezenter Blume.

Kölsch
Kölsch ist ein helles obergäriges Vollbier mit ca. 4,8% Alkohol, das nur in einem bestimmten Umfeld um die Stadt Köln herum gebraut werden darf. Es wird aus 0,2l-Gläsern, sogenannten Stangen getrunken.

Kräusen
Kräusen nennt man den Schaum, der sich nach Zugabe der Hefe an der Oberfläche bildet. Kräusenbier ist ungefiltert und damit hefetrüb.

Lager
Untergäriges, blankes Vollbier von hellgelber Farbe mit 4,6 bis rund 5% Alkohol. In Deutschland werden Biere so bezeichnt, die unter 12,5% Stammwürze haben und nicht der stark gehopften Pilsener Brauart angehören.

Leichtbier
Kalorienarmes Bier, bei dem der Alkohol- und Energiegehalt vierzig Prozent niedriger als beim Pils liegt. Während der Gärung wird entweder die Bildung von Alkohol gebremst oder der Alkohol nach dem Gärprozeß entzogen.

Märzen
Ein Vollbier mit 4-5% Alkohol. Das Märzen kommt vom alten Brauch, das untergärige Bier zum Winterende (März) zu Brauen, damit man es bis in den Spätsommer lagern kann. Der milde malzige Geschmack rührt von der Verwendung eines Spezialmalzes her. Die klassische Variante des Märzen ist goldgelb, jedoch gibt es auch dunkles Märzen.

Malzbier/Malztrunk
Das dunkle Malzbier ist mit 0,1 bis 0,4% fast alkoholfrei. Strenggenommen ist Malzbier eigentlich gar kein Bier, da es seinen süßlichen Geschmack durch Beigabe von Invertzucker und Zuckerkulör erhält. Malzgetränke sind Vollbiere, die obergärig mit einer Stammwürze von meist elf bis zwölf Prozent gebraut werden.

Mumme
Erstmals 1492 wurde diese auch Schwarzbier gennante Bier von einem Brauer namens Mumme gebraut. Dieses Malzextraktbier wird heute im Raum Baunschweig noch gebraut.

Pilsator
Eine ostdeutsche Bierspezialität, die weniger herb als Pils wie auch weniger malzig als Export ist.

Pilsener
Pilsbier ist die wohl bekannteste und am weitesten verbreitete Biersorte. Erstmals gebraut wurde es im Jahre 1842 unter maßgeblicher Beteiligung des bayrischen Braumeisters Josef Groll im böhmischen Pilsen. Pilsener Biere sind untergärige Vollbiere. Hopfenbetont, schlank und spritzig im Geschmack mit feinem Schaum wird es aus Tulpen oder Pokalen getrunken. Es hat einen Alkoholgehalt von knapp 5 %.

Rauchbier:
Bei dieser Bamberger Spezialität wird bei der Herstellung das Malz über einem Holzfeuer getrocknet. Dieses Verfahren verleiht der Bier einen rauchigen Geschmack.

Roggen
Bei der Herstellung wird Roggenmalz anstelle von Gerstenmalz verwendet. Roggenbier ist obergäriges Bier.

Schwarzbier
Das Schwarzbier ist ein spritziges, untergäriges Vollbier mit ca. 5% Alkohol. Geschmacklich sind Schwarzbiere uneinheitlich.

Seefahrtsbier
Zur sogenannten Schiffermahlzeit am zweiten Freitag des Februar wird nur noch dieses Bier im Bremer Ratskeller gebraut. Dieses sehr malzige Bier wird heute nur noch am 2. Freitag des Februar im Bremer Ratskeller gebraut.

Spezial
Die Spezialbiere sind meist Festbiere, die für bestimmte Anlässe, wie Münchner Oktoberfest und Cannstatter Wasen, gebraut werden.

Steinbier
Natursteine werden für das Steinbier über dem offenen Feuer erhitzt und in die Maische getaucht. Der Malzzucker karamelisiert auf den Steinen, die erst wieder zur Nachgärung zugegeben werden. Das Bier hat einen rauchigen Geschmack.

Weizenbier
Weizenbier wird unter anderem aus Weizen hergestellt. Man unterscheidet zwischen Hefeweizen, das nicht gefiltert wird, und Kristallweizen, welches gefiltert und somit von den Hefepartikeln befreit wird. Der Alkoholanteil beträgt bei beiden etwa 5 bis 5,5 %.

Weizenbock
Ein obergäriges Bockbier, welches unter Verwendung von Weizenmalz gebraut wird. Je nach Verwendung des Malzes, erhält man dunklen oder hellen Weizenbock.

Weitere Informationen:
Bestimmen Sie die Kalorienwerte der Biere
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