Zucker: Süßen Versuchungen widerstehen oder nachgeben?

Wir essen Schokolade, Kuchen, Kekse und Bonbons fast massenhaft, nennen Babys, Tiere und den Partner "süß" und verteufeln Zucker im selben Atemzug als Dickmacher, Vitaminräuber und Verursacher von Darmpilzen. Was ist dran am bittersüßen Zwiespalt? Höchste Zeit, ein paar Vorurteilen auf den Grund zu gehen!
Die gesunde Einstellung gegenüber Zucker: Auf die Art des Zuckers kommt es an!
Die Lust auf Süßes ist angeboren und gehört zum Leben. Schon Babys lassen sich mit Zucker besänftigen. Muttermilch schmeckt süßlich. Naturvölker unternehmen alles, um an Honig zu kommen. Die biologische Erklärung dafür ist simpel: Zucker fördert die Freisetzung des Botenstoffs Serotonin. Als "Glückshormon" ist dieser für positive Gefühle zuständig. Doch die "Verpackung" von Zucker ist entscheidend. Hierzulande immer schon gebräuchlich ist das Naschen von süßen Früchten. Obst enthält neben Fructose wichtige Pflanzenstoffe, Vitamine und Mineralien. Ein Schokoriegel dagegen enthält neben raffiniertem Zucker nur künstliche Aromen, Farb- und Konservierungsstoffe. Süßen von selbstgemachten, unbehandelten Speisen mit Honig oder Vollrohrzucker (siehe unten) ist kein Problem. Denn Zucker als Gewürz steigert das Wohlbefinden - gerade in der kalten Jahreszeit!
Rohrzucker (Saccharose): Zuckerrohrsirup wird auskristallisiert und von den restlichen Pflanzenteilen getrennnt. Er enthält kaum mehr Pflanzenstoffe. NOTE 4
Vollrohrzucker (Saccharose): Sirup aus zerkleinertem Zuckerrohr wird getrocknet und gemahlen. Er enthält pflanzeneigene Farb- und Geschmacksstoffe, Spuren von Vitaminen sowie 1,5 Prozent Mineralstoffe. NOTE 2
Honig (Glucose, Fructose): Das Naturprodukt enthält Mineralstoffe und Spuren von Vitaminen, allerdings weniger als Vollrohrzucker. NOTE 1
Vorurteil Nr. 1: Zucker ist ein Vitaminräuber!
Bei der Verwertung von Zucker im Körper sind zwar die Mineralstoffe Magnesium und Eisen sowie B-Vitamine im Einsatz. Die Vitamine werden jedoch nicht zerstört oder verbraucht. Sie regenerieren sich im Verlauf der Reaktion sogar wieder. Allerdings verlieren sie dabei an "Vitalität" und müssen irgendwann ersetzt werden. Wichtig ist es deshalb, beim Verzehr von Zucker auch immer Vitamine der B-Gruppe und Mineralstoffe aufzunehmen. Verzehren Sie zusammen mit Süßem also immer auch Obst oder Gemüse. 1 Teelöffel Sanddorn B 12 + C Granulat enthält z.B. in etwa die Menge an Vitaminen und Mineralien, die zur Verbrennung von 1 g Zucker notwendig sind. Getreide (Vollkorn) und Nüsse enthalten zwar viele B-Vitamine, zugleich aber auch viele Kohlenhydrate in Form von Stärke.Vorurteil Nr. 2: Zucker veursacht Pilze im Darm!
Die berühmt-berüchtigten Pilze "Candida albicans" sind ein Bestandteil der natürlichen Darmflora. Normalerweise werden sie von der bakteriellen Flora klein gehalten. Nur bei einem extrem geschwächten Immunsystem (durch AIDS, längere Therapie mit Antibiotika oder Immunsuppressiva) kann es zu einer Ausbreitung des Pilzes kommen. Der Konsum von Zucker hat damit nichts zu tun. Zucker (ob aus Kartoffeln oder Bonbon) dient vor allem den Bakterien im Darm als Nahrung. Aufgrund des Darm-pH-Werts von ca. 8,0 sind diese ohnehin im Vorteil. Wenn man im Laborversuch Bakterien und Pilze auf einem zuckerhaltigen Medium bei pH 8 wachsen läßt, setzen sich auf ganz natürliche Weise die Bakterien durch. Auch in wissenschaftlichen Studien konnte bisher selbst bei exzessiver Nascherei keine verstärkte Besiedlung des Gastrointestinaltrakts mit Candida albicans nachgewiesen werden.Vorurteil Nr. 3: Zucker verursacht Karies!
Die Praxis zeigt, daß auch übermäßiger Zuckerkonsum nicht der einzige Grund für Karies sein kann. Viel eher gehen Experten wie Zahnarzt Dr. Feldhaus davon aus, daß es sich bei Karies um "sichtbare Zeichen einer Stoffwechselstörung" handelt. Nur so erklärt sich das oftmals völlig gesunde Gebiß von Kindern, die ständig Süßes naschen und auch aufs Zähneputzen nicht allzu viel Wert legen. Ebenso wie das plötzliche Auftreten von Karies bei Personen, die jahrelang beschwerdefrei waren, bis sich bei ihnen eine Stoffwechselstörung z.B. in Form eines Leber-Galle- oder Pankreasproblems zeigte.Die gesunde Einstellung gegenüber Zucker: Auf die Art des Zuckers kommt es an!
Die Lust auf Süßes ist angeboren und gehört zum Leben. Schon Babys lassen sich mit Zucker besänftigen. Muttermilch schmeckt süßlich. Naturvölker unternehmen alles, um an Honig zu kommen. Die biologische Erklärung dafür ist simpel: Zucker fördert die Freisetzung des Botenstoffs Serotonin. Als "Glückshormon" ist dieser für positive Gefühle zuständig. Doch die "Verpackung" von Zucker ist entscheidend. Hierzulande immer schon gebräuchlich ist das Naschen von süßen Früchten. Obst enthält neben Fructose wichtige Pflanzenstoffe, Vitamine und Mineralien. Ein Schokoriegel dagegen enthält neben raffiniertem Zucker nur künstliche Aromen, Farb- und Konservierungsstoffe. Süßen von selbstgemachten, unbehandelten Speisen mit Honig oder Vollrohrzucker (siehe unten) ist kein Problem. Denn Zucker als Gewürz steigert das Wohlbefinden - gerade in der kalten Jahreszeit!
Kleine Zucker-Schule
Raffinadezucker, weiß oder braun (Saccharose): Erhitzter Zuckerrübensaft wird gefiltert, der entstandene Sirup auskristallisiert und solange behandelt, bis alle restlichen Pflanzenbestandteile vollständig entfernt sind. NOTE 6Rohrzucker (Saccharose): Zuckerrohrsirup wird auskristallisiert und von den restlichen Pflanzenteilen getrennnt. Er enthält kaum mehr Pflanzenstoffe. NOTE 4
Vollrohrzucker (Saccharose): Sirup aus zerkleinertem Zuckerrohr wird getrocknet und gemahlen. Er enthält pflanzeneigene Farb- und Geschmacksstoffe, Spuren von Vitaminen sowie 1,5 Prozent Mineralstoffe. NOTE 2
Honig (Glucose, Fructose): Das Naturprodukt enthält Mineralstoffe und Spuren von Vitaminen, allerdings weniger als Vollrohrzucker. NOTE 1


