Sarkoidose - Behandlungsmöglichkeiten und Therapien

Die Sarkoidose ist eine Systemerkrankung, die mehrere Organe, typischerweise die Lunge, betreffen kann und deren Auslöser bislang nicht bestimmt ist. Über das Krankheitsbild, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten bestehen größtenteils große Wissenslücken.
 
Meist sind junge Erwachsene betroffen
Die seltene und wenig erforschte jedoch oftmals stark beeinträchtigende Krankheit Sarkoidose tritt meistens zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr auf. Sie ist eine Erkrankung, die etwa einen von 2.000 Menschen betrifft. Bei der Erkrankung bilden sich mikroskopisch kleine Bindegewebsknoten im betroffenen Organ und beeinträchtigen dessen Funktion. Nahezu jedes Organ kann betroffen sein. Neben allgemeinen Entzündungserscheinungen (Husten, Fieber, Müdigkeit) können deshalb auch Gelenkschmerzen, Atemnot, Herzrhythmusstörungen, Lähmungen, Seh- und Hörstörungen sowie Einschränkungen der Nieren- und Leberfunktion auftreten.

Früher wurde diese Krankheit auch Morbus Boeck genannt. Als Erstbeschreiber der Sarkoidose kann Jonathan Hutchinson (1828-1913) angesehen werden. Die Sarkoidose ist bis heute eine vergleichsweise wenig erforschte Krankheit und damit dauert die Diagnose oft lange und die Behandlung erfolgt meist unspezifisch. Im Jahre 2005 ist es aber einem Team von Wissenschaftlern des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Nationalen Genomforschungsnetzes (NGFN) gelungen, das erste Krankheitsgen für die Sarkoidose zu entdecken. Ein einziger veränderter Gen-Buchstabe im Erbgut erhöht das Risiko für diese entzündliche Krankheit um 60 Prozent. Mit der Entdeckung dieses Gens gelang ein Durchbruch für die klinische Forschung zur Sarkoidose und das Ziel, den Verlauf und den Therapieerfolg der Krankheit vorhersagen zu können, ist näher gerückt. Bis zur Entwicklung neuer Behandlungsformen werden nach Expertenmeinung aber noch einige Jahre vergehen.

Die Verlaufsformen der Sarkoidose
Man unterscheidet zwischen der akuten Form und der chronischen Sarkoidose. Die akute Sarkoidose, die auch als Löfgren-Syndrom bezeichnet wird, betrifft etwa ein Drittel aller Sarkoidose-Kranken. Erstes Anzeichen ist in der Regel eine Vergrößerung der Lymphknoten. Oft kommt es zu einer Entzündung der Gelenke und zu Gelenkschwellungen. Betroffene leiden meist auch unter Leistungsschwäche und allgemeiner Abgeschlagenheit. In ca. 80-90% aller Fälle bilden sich die Krankheitsanzeichen zurück - ohne weiteren Therapiebedarf.

Die chronische Verlaufsform beginnt fast immer schleichend und häufig unbemerkt. Häufig kommt es zu einer Ausdehnung auf mehrere Organe. Früher wurde die Form oft als Hauterkrankung im fortgeschrittenen Stadium festgestellt. Geringe Beschwerden gaben Betroffenen meist nicht sofort einen Anlass sich in eine ärztliche Behandlung zu begeben.

Behandlungsmöglichkeiten und Therapien
Schmerzmedikamente mit entzündungshemmender Wirkung werden meist bei der akuten Sarkoidose eingesetzt und im weiteren Verlauf einmonatig beobachtet. Bei positivem Verlauf werden die Kontrollintervalle verlängert. Sind bei der Krankheit Organe befallen, wie Augen oder das Herz, dann muss jede weitere Schädigung vermieden werden. Hier wird als Mittel Kortison eingesetzt. Kortison ist ein hormonaler Wirkstoff aus der Nebennierenrinde und wird bei Sarkoidose verabreicht, um das Entzündungsgeschehen zu unterdrücken und immunologische Reaktionen zu dämpfen. Je nach Art und Umfang des Kortisionpräparats können Nebenwirkungen eintreten. Diese können Gewichtszunahme, Mondgesicht, Osteoporose oder Zuckerkrankheit sein.

Wichtig bei der Therapie von Sarkoidose sind die regelmäßige Verlaufkontrollen. Nur damit ist die richtige Behandlungsmethode gewährleistet. Betroffene finden Rat und einen Erfahrungsaustausch zu der Krankheit in Selbsthilfegruppen oder bei der Deutschen Sarkoidose-Vereinigung.
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