Tinnitus

Als komplexes Entspannungstraining macht die Biomentale Therapie vielen an Tinnitus Erkrankten Hoffnung. Im Mittelpunkt aller Übungen steht der konkrete Umgang mit den Tinnitus-Beschwerden.
Ohr


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Tinnitus ist der medizinische Fachausdruck für Ohrgeräusche oder Ohrensausen. Es ist keine Erkrankung des Ohres, sondern eine persönlichkeitsbedingte und vor allem durch Lebensumstände erworbene Störung des Autonomen Nervensystems, die sich im Hörorgan als Pfeifen, Rauschen, Zischen oder Summen erlebt und auch in anderen Organen äußert. Deshalb kommt Tinnitus auch nie isoliert vor, sondern tritt immer in Kombination mit anderen Störungen gleicher Ursache auf. Jeder vierte Deutsche hat dieses Phänomen schon mal wahrgenommen. Tinnitus ist ein Symptom, dass oft auch in Folge von Stress auftritt.

Zunächst stehen Anspannungen der Nacken- und der Kaumuskulatur und Schleimhautschwellungen im Nasennebenhöhlen- und Tubenmittelohrbereich und eine Abwehrschwäche im Vordergrund. Wenn keine Ursachentherapie stattfindet, kommen weitere Störungen hinzu, wie erhöhter Blutdruck und Cholesterinspiegel, was die Gefahr des Schlaganfalls begünstigt. Es ist der ständige angespannte Mensch, der pflichtbewusste, der gewissenhafte, der Perfektionist, der auch früher schon unter vegetativen Störungen litt, der an Tinnitus erkrankt.

Aber diese persönlichkeitsbedingten Eigenschaften reichen für einen Tinnitus, Hörsturz oder Meniére'sche Erkrankung noch nicht aus. Es müssen belastende Lebensumstände hinzukommen, die Daueranspannungen bewirken. Wenn die Gesamtanspannung ein gewisses Maß überschreitet, treten sogenannte Bereitstellungsreflexe in Kraft, die zu den oben genannten Störungen führen.

Anwendung der Biomentalen Therapie
Auf derartige "psychoneuroimmunologischen" Erkrankungsmechanismen zugeschnitten ist die vor fast 20 Jahren entwickelte "Biomentale Therapie", mit der eine Korrektur der gestörten autonomen Funktionen herbeigeführt werden kann. Zunächst werden die Grundanspannung und die erworbenen Anspannungen durch ein gezieltes Entspannungstraining reduziert. Gleichzeitig werden "Heilreflexe" aktiviert, die den Bereitstellungsreflexen entgegenwirken. Als Zweites erlernt der Betroffene Verhaltenstechniken, um zum Beispiel in angespannten Situationen eine spontane "Dickfelligkeit" zu erzeugen.

Da ein weiteres Phänomen des Tinnitus seine Konditionierung ist, muss auch diese beseitigt werden. Wenn ein Mensch mehrere Wochen sein Ohrgeräusch hört, wird es im Gedächtnis gespeichert. Wären keine Anspannungen mehr vorhanden, so dass im Ohr kein Ohrgeräusch erzeugt würde, wäre dennoch der konditionierte Tinnitus zu hören. Er käme aus dem Gedächtnis. In einem solchen Fall spricht die Schulmedizin von einem chronischen Tinnitus, der von alleine nicht mehr weggehen könne. Da es sich nach unseren Erkenntnissen aber um einen konditionierten Tinnitus handelt, ist er doch zu löschen, indem man ihn nämlich dekonditioniert.

Die HNO-Heilkunde glaubte seit Jahrzehnten an eine Erkrankung der Ohren und versuchte die Durchblutungsverringerung mit Hilfe von Infusionen zu beheben. Diese Therapie ist nie gelungen. Wenn trotzdem Verbesserungen auftraten, dann waren es Spontanheilungen, die auch ohne Infusionsbehandlung aufgetreten wären. In den USA und in vielen anderen Ländern werden aus diesem Grund keine Infusionsbehandlungen durchgeführt. In Deutschland geschah das auch nur aus juristischen Gründen, obwohl viele Ärzte wussten, dass sie damit nicht helfen, sondern nur kleine bis große Schäden anrichten können.

Wenn man sich die Ursache des Tinnitus vor Augen führt, wird einem klar, dass auch eine Hyperbare Sauerstofftherapie nicht helfen kann. Auch erscheinen in Anbetracht der Heilungsmöglichkeiten des Tinnitus durch die "Biomentale Therapie" (Erfolgsquote von circa 80 Prozent beim "chronischen" Tinnitus laut Forschungsbericht 214 b Sozialforschung des Bundesministers für Arbeit und Sozialordnung) sämtliche Behandlungen zur Tinnitusgewöhnung als überflüssig. Das gilt auch für die enorm beworbene Retraining-Therapie, bei der lediglich das eigene Ohrgeräusch durch ein künstliches Geräusch aus einem Noiser markiert wird, den man wie ein Hörgerät trägt. Man läuft dabei Gefahr, das technische Geräusch als zweites Ohrgeräusch zu speichern.

Behandlungsplätze der Therapie
Der Nachteil der Biomentalen Therapie ist bisher allerdings, dass zu wenige Behandlungsplätze zur Verfügung stehen, was daran liegt, dass es zu wenige entsprechend qualifizierte Ärzte gibt. Denn zur Durchführung der Biomentalen Therapie muss man bisher erstens eine vierjährige psychotherapeutische und zweitens eine vierjährige HNO-ärztliche Ausbildung haben, um in der Durchführung der "Biomentalen Therapie" zur Tinnitus-, Hörsturz- und Morbus Meniére-Behandlungen über zwei Jahre geschult werden zu können.

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