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Die Lehre des Sebastian Kneipp

Das Lebenswerk des Sebastian Kneipp beruht auf fünf Säulen: Wasser, Ernährung, Bewegung, Kräuter und innere Ordnung.

Sebastian Kneipp

Das Erbe Sebastian Kneipps bereichert Bad Wörishofen bis heute. Läuft man durch die Stadt, dann kann man die Spuren des „Wasserdoktors“ sehen. Sei es der Kräutergarten im Kurpark, die vielen Kneipp-Becken für ein erfrischendes Armbad oder das historische Badehaus, in dem Kneipp seine Patienten behandelte. Im Kneipp-Museum finden Sie interessante Erinnerungsstücke aus seinem Leben. Daneben wird seine Lehre dargestellt.

Heutzutage bei der Beliebtheit seiner Anwendungen ist es kaum vorstellbar, gegen welche Anfeindung und Kritik der Namensgeber der Kneipp-Medizin lange ankämpfen musste. Das gesundheitliche Gesundheitskonzept von Pfarrer Sebastian Kneipp genießt auch über 150 Jahre später noch immer hohes Ansehen und Relevanz.

Kneipps visionäres Gesundheitskonzept betrachtet ganzheitlich den Menschen, seine Lebensgewohnheiten und seine natürliche Umwelt als Einheit. Das Behandlungsverfahren beinhaltet Wasseranwendungen, Pflanzenwirkstoffe, Bewegungs- und Ernährungsempfehlungen.

Fünf Dinge umfassen den ganzen Menschen für Kneipp. Dazu zählen:

Lebenselixier Wasser

Wasser ist ein idealer Träger von Wärme und Kälte sowie chemischer und mechanischer Reize. Im Mittelpunkt der sogenannten Hydrotherapie, der berühmten „Kneipp-Kur“, stehen deshalb wohltuende Anwendungen mit warmem und kaltem Wasser. Sie regen den Kreislauf an, stärken die Immunabwehr und steigern die natürlichen Selbstheilungskräfte des Körpers. Sebastian Kneipp hatte Kaltwasserbehandlungen erstmals erfolgreich an sich selbst getestet. Um seine Tuberkulose zu behandeln, stieg er jeden Tag in die eiskalte Donau. Die Kneippsche Güsse wurden ebenso wie das Wassertreten von Kneipp bekannt gemacht.

Pflanzenkraft

Die Lehre der heilenden Wirkungen ausgesuchter Kräuter und anderer Pflanzen beruht auf Jahrtausende alten Erfahrungen. Hoch dosierte Pflanzenextrakte in weitestgehend naturbelassener Form, wie sie sich in den bewährten Rezepten Kneipps finden, sind die Basis für wirksame Heilung und aktiven Gesundheitsschutz, für äußere Schönheit und inneres Wohlbefinden. Sebastian Kneipp beschreibt in seinem Buch "Meine Wasserkur" von 1886 über sechzig Kräuter, mit denen er allerlei Beschwerden zu bekämpfen wusste.

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Bewegende Momente

Als einen wichtigen Aspekt im Zusammenspiel der Elemente bewertet Kneipp die körperliche Bewegung. Diese trägt entscheidend zu einem ganzheitlich ausgewogenen Lebensstil bei. Regelmäßige körperliche Betätigungen in möglichst freier Natur sind ideal. Leichte Aktivitäten wie Wandern, Schwimmen und Radfahren sowie Training ohne Leistungsdruck unterstützen die natürliche Widerstandsfähigkeit ebenso wie das Wohlbefinden. Die Bewegungstherapie setzt auf das ausgewogene Wechselspiel von Anspannung und Entspannung.

Innere Balance

Im Gleichklang mit dem Körper und der Natur: Das bedeutet auch, sich nach Momenten der Belastung bewusste Entlastung zu gönnen. Das innere Gleichgewicht zu stabilisieren heißt, mit sich im Reinen zu sein, Ruhe und Stille zu empfinden, zu genießen und sich ganz gezielte Auszeiten zu nehmen. Nur so kann der Körper Kraft tanken und die nötige Abwehr gegenüber äußeren Einflüssen sammeln. Für die Gesundheit muss man sich täglich bemühen.

Bewusste Ernährung

Eine abwechslungsreiche und gesunde Ernährung ergänzt den ganzheitlichen Ansatz. Natürliche Nahrungsmittel bringen mit lebenswichtigen Vitalstoffen den Organismus ins Gleichgewicht. Kneipp ging es nicht um strenge Diäten, sondern um den ausgewogenen Genuss von frischen, naturbelassenen, gehaltvollen und möglichst fettarmen Nahrungsmitteln. Da Essen und Trinken aber von zentraler Bedeutung für Lebensfreuden sind, sollen die Mahlzeiten ein Genuss sein und gut schmecken.

Sebastian Kneipp (1821-1897)

1821   geboren in Stephansried im Allgäu als Sohn eines Webers

1848   Beginn des Theologiestudiums

1849   Schwere Lungentuberkulose - Kneipp behandelt sich selbst erfolgreich mit Tauchbädern in der eiskalten Donau

1849   Fortsetzung der Wasserexperimente und -anwendungen

1852   Priesterweihe zu Augsburg

1855   Kneipp wird Beichtvater im Dominikanerkloster in Wörishofen; Behandlung von Kranken mit umfangreichen Wasseranwendungen

1881   Kneipp wird Pfarrer in Wörishofen

1886   Kneipps Buch „Meine Wasserkur“ erscheint und wird ein Bestseller. Das Buch wird in 14 Sprachen übersetzt, erreicht innerhalb von ein paar Jahren 63 Auflagen und bewirkt einen Patientenstrom nach Bad Wörishofen

1889   Kneipp veröffentlicht sein zweites Buch „So sollt ihr leben“ mit Ratschlägen und Grundsätzen zur gesunden Lebensweise

1890   Begegnung mit dem Würzburger Apotheker Leonhard Oberhäußer. Die beiden vereinbaren eine enge Zusammenarbeit, aus der später die Kneipp-Werke entstehen. Bis November 1890 reisen bereits über 5000 Gäste in Bad Wörishofen an

1890   Grundsteinlegung für das Priesterkurhaus (später Sebastianeum als erste Stiftung Kneipps)

1890   Gründung des Zentral-Kneipp-Vereins Wörishofen. Erscheinen der „KNEIPP-Blätter“

1891   Erste von 32 Vortragsreisen Kneipps durch ganz Europa

1894   Gründung des Internationalen Vereins Kneippscher Ärzte

1895   Richtfest der Kurklinik Kneippianeum

1897   Kneipp stirbt am 17. Juni in Bad Wörishofen

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