Kopfschmerz ist nicht gleich Kopfschmerz

Nur wer seine Schmerzart kennt, kann sie wirksam behandeln.
Kopfschmerzen


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Dumpf oder pulsierend, einseitig oder über die ganze Stirn hinweg - Kopfschmerzen können ganz unterschiedlich sein. Der Volksmund spricht schnell von „Migräne“, dabei ist diese nur eine ganz spezielle Art von Kopfschmerz. Nach Erkenntnissen der Schmerzforschung leidet der überwiegende Teil der Betroffenen unter Schmerzen vom Spannungstyp - meist das Resultat von Stress und Überbelastung. Die richtige Diagnose ist entscheidend für den Erfolg der Behandlung. Das gilt nicht nur für die Bekämpfung von akuten Schmerzattacken, sondern auch für die Vorbeugung. Welche Kopfschmerzarten es gibt und was man dagegen tun kann, zeigt die nachfolgende Übersicht.

Kopfschmerzarten

Migräne
Migräneschmerz ist meist einseitig, pulsierend und sehr stark. Ganz typisch: Der Schmerz breitet sich langsam aus oder wandert von einer Seite zur anderen (migrare = lateinisch: wandern, umherziehen). Ursache ist offenbar eine Art „Nervengewitter“ im Gehirn. Dies führt zu Seh- und Sprachproblemen, Schwindel, Brechreiz und Kopfschmerzen. Viele Patienten sind unfähig zu jeder Handlung, reagieren extrem licht- und lärmempfindlich. Schon ein bis zwei Tage vorher sind sie müde, rastlos oder haben Heißhunger auf bestimmte Lebensmittel.

Was tun? Die Neigung zu Migräne ist angeboren und nicht heilbar. Eine Behandlung kann jedoch die Symptome lindern und die Anfallsbereitschaft senken. Hilfreich sind zum Beispiel Entspannungsübungen.

Spannungskopfschmerzen
Spannungskopfschmerzen treten in der Regel beidseitig auf. Betroffene sprechen auch von einem „Druck im Kopf“ oder einem Gefühl, als sei dieser in einen Schraubstock eingespannt. Häufig zieht der Schmerz vom Nacken über den Hinterkopf zur Stirn. Gleichzeitig sind Kopf- und Nackenmuskulatur besonders schmerzempfindlich. Experten vermuten dahinter eine Störung der körpereigenen Schmerzabwehr, verursacht durch physischen und psychischen Stress. Die Schmerzfilter im Gehirn sind überlastet und lassen mehr Reize als sonst passieren.

Was tun? Viele Patienten greifen zu Tabletten. Diese helfen zwar, beseitigen aber nicht die eigentliche Ursache. Besser sind Ruhe und Entspannung. Andernfalls besteht Gefahr, dass die Schmerzen chronisch werden. Tipp: Arbeitsplatz prüfen und gegebenenfalls umgestalten, das beugt Verspannungen vor.

Clusterkopfschmerzen
Clusterkopfschmerzen sind einseitige, oft unerträglich stechende Schmerzanfälle im Bereich von Augen, Stirn und Schläfe. Verantwortlich ist eine Entzündung der Blutgefäße hinter dem Auge. Bis diese abgeklungen ist, treten die Schmerzen gehäuft auf (cluster = englisch: Häufung). Zwischen den Anfallsphasen sind die Patienten beschwerdefrei.

Was tun? Auf keinen Fall zu Schmerzmitteln greifen! Die gängigen Wirkstoffe haben in diesem Fall keinerlei Wirkung und schaden im Zweifel sogar. Sprechen Sie daher vorher unbedingt mit Ihrem Arzt.

Kopfschmerz durch Medikamente
Werden regelmäßig schmerzstillende Medikamente eingenommen, kann dies zu Dauerkopfschmerzen führen. Die normale Regulation gerät durcheinander. Der Patient wird schmerzempfindlicher, nimmt immer häufiger Tabletten und wird abhängig – ein Teufelskreis. Als kritisch gilt bereits eine Einnahme an mehr als zehn Tagen im Monat.

Helfen kann nur eine strikte Medikamentenpause über mehrere Wochen. Dabei können Begleitsymptome auftreten (Übelkeit, Erbrechen, Absetzkopfschmerz). Am besten vorher mit dem Arzt sprechen. Sekundäre Kopfschmerzen Manchmal sind die Kopfschmerzen keine Krankheit, sondern nur ein Symptom. So können die Schmerzen zum Beispiel die Folge einer Kopfverletzung, einer Infektion oder einer anderen Erkrankung sein. Mit der Heilung verschwinden in diesem Fall auch die Kopfschmerzen.
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